BM & BM – Journalismus, Bernhard Malinkewitz,
Cassette 8 (Teil 8)
„Tauchender Geist“

 

U-Homepage-Einsamkeit I










 

 

 

 

 






 

 

 

 

Hier wird geistige Potenz spürbar

Tauchender Geist

 

Hier klicken bringt das Buch in voller Größe

Tauchender Geist beginnt aufzuräumen mit jenen verlogenen Hasardeuren, mit jenen Männern und Frauen, die emsig bemüht sind das eigene Land zu zerstören, die das unter dem Deckmantel angeblicher Biederkeit, ohne jeden Funken Anstand, charakter- und gewissenlos tun, auf unterschiedlichste Arten und grausam bis zur Flucht ...

 

Tau

Schänder

Geist

Kohle

&

Stahl

 

Zorro, eine Figur aus der Filmliteratur, war der Rächer der Enterbten, immer wenn ich seine schmale Augenmaske sah, mußte ich an meine denken, jene die ich von der Arbeit im Untertagebergbau, jeden Tag - mühsam, wegzuwischen hatte ...

 


Schändliche Lügen oder Rufmord, die Größe des Gliedes einer Gemeinschaft betreffend, daß die Kette stabil oder eben instabil macht, sind schlimmer, infamer und perfider, heimtückisch mordend, als jeder Galgen es beweisen kann ...

 

 

Kohle & Stahl

In der Gegend in der ich Zuhause bin (NRW), spielte die Kohle in der Zeit in der ich jung war und männlich, eine dominierende Rolle.

Die ARBED - ein Konzern in Luxenburg nahm z.B., nicht nur dem "EBV" - jenem Konzern für den ich tätig sein durfte, die Kohle ab, und zwar um sie zu verkoksen, sie nahm auch Kohle aus anderen Teilen dieses fleißigen Landes ...

Daß in einem solchen Land nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen - auf den Spezialtischen der Köche des Lebens stehen, dürfte jedem klar sein, der unser gesamtes Land kennt.

 

Marcus Malinkewitz

Das sagt der 'Papa' zunächst ...

 

Marcus war noch sehr jung als dieses Photo entstand, das ich als

'The american actor'

bezeichnet hatte,

'Lee Marvin'

hätte der Vater sein können.

Er war es wohl nicht, aber seine Filme waren zu der Zeit häufig im deutschen Fernsehen.Und das Gesicht des Mannes aus den U.S.A. war ein Gesicht, das die Deutschen gern gesehen haben ...



 

 

Baesweiler war bekannt

Großbritannien - Politik und BM

 

Bernhard Malinkewitz steht hinter dem britischen Bürgermeister, hinter dem Mann, der mit der schweren Kette geschmückt in der Mitte der Gruppe, auf einem Stuhl sitzt. 'BM' strahlt anziehend, über das ganze Gesicht. Die Stimmung war gut, wenn auch die Briten alles andere als Konservative waren ...

 

Sicher, ich trank schon einmal ein Bier oder auch zwei, aber über meine Treue Zweifel zu äußern, gehört zu den infamen Rufmordgestalten die ich meine und gehört bewußt gemacht ...

 







 

Das Foto kann angeklickt werden - es vergrößert sich dann bis zur Deutlichkeit.

 

Daß ich als "Abgeordneter" im Stadtrat - dem komunalen Parlament also - für die "Home-Town" gewesen war, bedingte so manche Reise ...

 

Das Foto oben zeigt die "Crew" des Baesweiler-Stadtrates die einer Einladung nach "Peterlee" gefolgt war - diese Stadt lag im nicht unbedingt unbekannten "Durham-Country" ...

 

Kohle und Stahl war auch in Baesweiler ein Thema für mich ...

 

Auf der dortigen Zeche "Carl-Alexander" habe ich sehr gute Arbeit leisten dürfen ...

 

BM schier nackt, i. d. Eifel

Ist Malinkewitz härter als schmutziger Stahl ?

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   





 

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  Eine Laute





Laotse – ein Chinese den man nicht vergißt

 

Das Bild von dem nur mit einer Turnhose bekleideten BM enthält so sehr viele Links, daß ein Hinweis darauf, dieses Bild genau zu untersuchen, ganz bestimmt angezeigt ist.
Es geht hier um "Unsterblichkeit"
Es geht um Philosophie
Um Literatur
Um Francis Bacon
Ethymologie
und um
Pädophilie

Bernhard Malinkewitz – ob man ihn vergessen wird ?

Schwanger ist resp. war er nicht, Assen geh'ts halt gut !



Vielleicht war der Lebensstil des BM & BM
1978 - 1983 – zu echt ?



Descartes (1596 – 1650): Ich denke – also bin ich !!!



Galilei 1564 - 1642, war er ein Ketzer ????




John Locke (1632-1704): ihm haben
wir im Prinzip die us-amerikanischen
Bill of Rights zu verdanken !




Er, war Ostpreuße, sein Name –
Kant, Imanuel Kant (1724-1804)!




Hegel, Georg Wilhelm Friedrich (1770 – 1831),
gibt es da noch etwas zu Zweifeln ?



Ich, 17 – Jahre jung, „die Haare geschnitten im Bürstenstil,
mit verwegenem Maßstab, gemessen die Länge des Nil,
imaginär seine Waffe zum Greifen bereit, wußte er vom
Kilimadscharo – von dessen Gipfel, davon, daß der
beschneit – weiß, nicht jedoch blau ... 

Ein Klick in diesen Raum ruft die Beschreibungsseite zu &quo

Der Beutelteufel (Der Boy Tell Toi-Fehl)


Musik aus einem Schlag- u./o. Zupfinstrument
wie der Laute oder der Gitarre, spielte eine
große Rolle in der Lyrik. Selbst im Begriff
der Lyrik ist der Name des Musikinstrumentes
enthalten ...


Geniezeit oder Sturm und Drang


 J.W. v. Goethe


  J.W. v. Goethe

 

  J.W. v. Goethe

 

 J.W. v. Goethe

 

Frhr. Fr. v. Schiller

Seine Balladen sind unübertroffen
Goethes "Schlauheit" ist es zuzuschreiben,
daß sie Freunde wurden ...

Ausklang mit Gruß und Kuß / Berni

Nikolas Kopernikus, war er Pole ?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Der Taucher

 »Wer wagt es, Rittersmann

 oder Knapp,

    Zu tauchen in diesen Schlund?

    Einen goldnen Becher werf ich hinab,

    Verschlungen schon hat ihn der schwarze Mund.

    Wer mir den Becher kann wieder zeigen,

    Er mag ihn behalten, er ist sein eigen.«

 

    Der König spricht es und wirft von der Höh

    Der Klippe, die schroff und steil

    Hinaushängt in die unendliche See,

    Den Becher in der Charybde Geheul.

    »Wer ist der Beherzte, ich frage wieder,

    Zu tauchen in diese Tiefe nieder?«

 

    Und die Ritter, die Knappen um ihn her

    Vernehmens und schweigen still,

    Sehen hinab in das wilde Meer,

    Und keiner den Becher gewinnen will.

    Und der König zum drittenmal wieder fraget:

    »Ist keiner, der sich hinunterwaget?«

 

    Doch alles noch stumm bleibt wie zuvor,

    Und ein Edelknecht, sanft und keck,

    Tritt aus der Knappen zagendem Chor,

 Und den Gürtel wirft er, den Mantel weg,

    Und alle die Männer umher und Frauen

    Auf den herrlichen Jüngling verwundert schauen.

 

    Und wie er tritt an des Felsen Hang

    Und blickt in den Schlund hinab,

    Die Wasser, die sie hinunterschlang,

    Die Charybde jetzt brüllend wiedergab,

    Und wie mit des fernen Donners Getose

    Entstürzen sie schäumend dem finstern Schoße.

 

    Und es wallet und siedet und brauset und zischt,

    Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,

    Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt,

    Und Flut auf Flut sich ohn Ende drängt,

    Und will sich nimmer erschöpfen und leeren,

    Als wollte das Meer noch ein Meer gebären.

 

    Doch endlich, da legt sich die wilde Gewalt,

    Und schwarz aus dem weißen Schaum

    Klafft hinunter ein gähnender Spalt,

    Grundlos, als gings in den Höllenraum,

    Und reißend sieht man die brandenden Wogen

    Hinab in den strudelnden Trichter gezogen.

 

    Jetzt schnell, eh die Brandung wiederkehrt,

     Und – ein Schrei des Entsetzens wird rings gehört,

    Und schon hat ihn der Wirbel hinweggespült,

    Und geheimnisvoll über dem kühnen Schwimmer

    Schließt sich der Rachen, er zeigt sich nimmer.

 

    Und stille wirds über dem Wasserschlund,

    In der Tiefe nur brauset es hohl,

    Und bebend hört man von Mund zu Mund:

    »Hochherziger Jüngling, fahre wohl!«

    Und hohler und hohler hört mans heulen,

    Und es harrt noch mit bangem, mit schrecklichem Weilen.

 

    Und wärfst du die Krone selber hinein

    Und sprächst: Wer mir bringet die Kron,

    Er soll sie tragen und König sein,

    Mich gelüstete nicht nach dem teuren Lohn.

    Was die heulende Tiefe da unten verhehle,

    Das erzählt keine lebende glückliche Seele.

 

    Wohl manches Fahrzeug, vom Strudel gefaßt,

    Schoß gäh in die Tiefe hinab,

    Doch zerschmettert nur rangen sich Kiel und Mast

    Hervor aus dem alles verschlingenden Grab. –

    Und heller und heller wie Sturmes Sausen

    Hört mans näher und immer näher brausen.

     Und es wallet und siedet und brauset und zischt,

    Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,

    Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt,

    Und Well auf Well sich ohn Ende drängt,

    Und wie mit des fernen Donners Getose

    Entstürzt es brüllend dem finstern Schoße.

 

    Und sieh! aus dem finster flutenden Schoß

    Da hebet sichs schwanenweiß,

    Und ein Arm und ein glänzender Nacken wird bloß,

    Und es rudert mit Kraft und mit emsigem Fleiß,

    Und er ists, und hoch in seiner Linken

    Schwingt er den Becher mit freudigem Winken.

 

    Und atmete lang und atmete tief

    Und begrüßte das himmlische Licht.

    Mit Frohlocken es einer dem andern rief:

    »Er lebt! Er ist da! Es behielt ihn nicht.

    Aus dem Grab, aus der strudelnden Wasserhöhle

    Hat der Brave gerettet die lebende Seele.«

 

    Und er kommt, es umringt ihn die jubelnde Schar,

    Zu des Königs Füßen er sinkt,

    Den Becher reicht er ihm kniend dar,

    Und der König der lieblichen Tochter winkt,

    Die füllt ihn mit funkelndem Wein bis zum Rande,

     Und der Jüngling sich also zum König wandte:

 

    »Lang lebe der König! Es freue sich,

    Wer da atmet im rosigten Licht!

    Da unten aber ists fürchterlich,

    Und der Mensch versuche die Götter nicht

    Und begehre nimmer und nimmer zu schauen,

    Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.

 

    Es riß mich hinunter blitzesschnell,

    Da stürzt' mir aus felsigem Schacht

    Wildflutend entgegen ein reißender Quell,

    Mich packte des Doppelstroms wütende Macht,

    Und wie einen Kreisel mit schwindelndem Drehen

    Trieb michs um, ich konnte nicht widerstehen.

 

    Da zeigte mir Gott, zu dem ich rief

    In der höchsten schrecklichen Not,

    Aus der Tiefe ragend ein Felsenriff,

    Das erfaßt' ich behend und entrann dem Tod,

    Und da hing auch der Becher an spitzen Korallen,

    Sonst wär er ins Bodenlose gefallen.

 

    Denn unter mir lags noch, bergetief,

    In purpurner Finsternis da,

    Und obs hier dem Ohre gleich ewig schlief,

    Das Auge mit Schaudern hinuntersah,

     Wie's von Salamandern und Molchen und Drachen

    Sich regt' in dem furchtbaren Höllenrachen.

 

    Schwarz wimmelten da, in grausem Gemisch,

    Zu scheußlichen Klumpen geballt,

    Der stachligte Roche, der Klippenfisch,

    Des Hammers greuliche Ungestalt,

    Und dräuend wies mir die grimmigen Zähne

    Der entsetzliche Hai, des Meeres Hyäne.

 

    Und da hing ich und wars mir mit Grausen bewußt,

    Von der menschlichen Hülfe so weit,

    Unter Larven die einzige fühlende Brust,

    Allein in der gräßlichen Einsamkeit,

    Tief unter dem Schall der menschlichen Rede

    Bei den Ungeheuern der traurigen Öde.

 

    Und schaudernd dacht ichs, da krochs heran,

    Regte hundert Gelenke zugleich,

    Will schnappen nach mir; in des Schreckens Wahn

    Laß ich los der Koralle umklammerten Zweig,

    Gleich faßt mich der Strudel mit rasendem Toben,

    Doch es war mir zum Heil, er riß mich nach oben.«

 

    Der König darob sich verwundert schier

    Und spricht: »Der Becher ist dein,

    Und diesen Ring noch bestimm ich dir,

     Geschmückt mit dem köstlichsten Edelgestein,

    Versuchst dus noch einmal und bringst mir Kunde,

    Was du sahst auf des Meeres tiefunterstem Grunde.«

 

    Das hörte die Tochter mit weichem Gefühl,

    Und mit schmeichelndem Munde sie fleht:

    »Laßt, Vater, genug sein das grausame Spiel,

    Er hat Euch bestanden, was keiner besteht,

    Und könnt Ihr des Herzens Gelüsten nicht zähmen,

    So mögen die Ritter den Knappen beschämen.«

 

    Drauf der König greift nach dem Becher schnell,

    In den Strudel ihn schleudert hinein:

    »Und schaffst du den Becher mir wieder zur Stell,

    So sollst du der trefflichste Ritter mir sein

    Und sollst sie als Ehgemahl heut noch umarmen,

    Die jetzt für dich bittet mit zartem Erbarmen.«

 

    Da ergreifts ihm die Seele mit Himmelsgewalt,

    Und es blitzt aus den Augen ihm kühn,

    Und er siehet erröten die schöne Gestalt

    Und sieht sie erbleichen und sinken hin,

    Da treibts ihn, den köstlichen Preis zu erwerben,

    Und stürzt hinunter auf Leben und Sterben.

 

    Wohl hört man die Brandung, wohl kehrt sie

                                                      zurück,

    Sie verkündigt der donnernde Schall,

    Da bückt sichs hinunter mit liebendem Blick,

    Es kommen, es kommen die Wasser all,

    Sie rauschen herauf, sie rauschen nieder,

    Den Jüngling bringt keines wieder.
[Schiller: [Gedichte 1789-1805]

 

 

Als ich jung war; sagte Bernhard Malinkewitz einmal,

und zwar anläßlich eines Themas in einer Unterhaltung mit einem hochgebildeten Freund, das die Prüfungen des Lebens den Einzelnen eines Volkes betreffend - der engagiert und mutig für selbiges eintritt - bis der Tod ihn vom Volke scheidet zum Gegenstand ihrer Betrachtungen hatte, tauchte ich gern und tief, auch und gerade - immer wieder, in die Gemeinschafts-Seele unseres Volkes ab, ich konnte nicht genug von der edlen Art der wahren Menschen bekommen.

Später war es anderes.

Ich fühlte; sagte er, daß ich diesem Volke nicht zugehörig bin.

Mir war das Linke fremd.

Bis zu dieser Erkenntnis war mir überhaupt nicht aufgegangen, daß viele unserer Menschen link sind um der Linkheit Willen. Mir war lange, überhaupt nicht klar, daß es Menschen gibt die der Linkheit ihre Referenz in der Gestalt erweisen, daß sie ihr huldigen wie man ansonsten Gott nur huldigen kann.

"Wenn man dabei bedenkt, daß ich"; sagte BM, "bis dahin davon ausgegangen war, daß die Linkheit die ich irgendwie mein ganzes Lebenlang unterschwellig durchleben mußte, eine Linkheit war die wie ein Panzer als ein Schutz vor allen Gefahren die dem Menschen zusetzen können - zu dienen hatte, dann darf man getrost schlußfolgern, daß das von mir zu jener Wehrhaftigkeit hinzugerechnet worden war, die den Menschen zu allen Zeiten befähigt hatte den Planeten zu beherrschen.

Das war mein eigner Grundsatz auch.

Da war ich also keineswegs Fremder, etwa Russe oder Pole, Litauer womöglich ....

Nun aber - nachdem ich am eignen Leibe Unbill in übelster Art erfahren habe, ist mir gar nichts anderes übrig geblieben, als die Realität ...

Meine eigene, auch ganz persönliche Freiheit, ist seit vielen Jahren in grandioser Gefahr, meine Rechte - als Individuum oder als komplexe Gesamheit meines arbeitenden Wesens - von Hasardeuren gefährdet zu wissen, fordern mich, fordern die Gesamtheit meines Geistes - fordern mein Genie.

 Die drei Alter der Natur

Die Freiheit des Geistes

Das Schulwesen

Als ich 1952 zur Schule kam hatte es mit einem Staat wie der Bundesrepublik noch keine Erfahrung, das "Deutsche Schulwesen", es brauchte noch viele Jahre, egal, ob von den Politikern die Rede sein muß oder von den Gremien der Fachleute, von Konferenzen und Kultur, von den Kultusministern und ihrem jeweiligen Anhang innerhalb der Strukturen eines föderalistischen Staatswesens, egal, auch ob von den Lehrern, Rektoren und Schulräten, den Stadtverwaltungen und der Kreise, den Landräten etwa, wir, bauten jedoch das Land.

Und wir sind mächtig stolz darauf, daß es uns gelungen war unsere Jugend an die Elite der "WELTSPITZE" heranzuführen.

Daß heutezutage gezweifelt wird, ob wir in Deutschland diese Position behaupten können hat natürlich auch mit Erkenntnissen zu tun die sich in so mancher Studie sehr merkwürdig lesen.

 

Das Photo zeigt mich als sechsjährigen vor einem Baume stehend der die Unglaublichkeit in bezug auf Schönheit gewesen ist. Er blühte gerade auf und seine Früchte würden mich bald schon erfreuen.

Es waren Bucheckern ...?

Das Schul- Buch war nicht umsonst, wir mußten es kaufen. Natürlich hatten meine Eltern ihre Not, aber was sein mußte ..., na-ja - der preußische Glaube ...

Lernen, das war so einfach eigentlich, wie kaum etwas anderes.

Verstehen auch.

Das Buch mußte eingebunden werden. Es mußte geschützt sein. Aus ihm erfuhren wir ja schließlich um was es ging.

Zumeist sah es dann so aus, daß seine Ecken verstärkt waren weil sie die selbstgemachte Buch-Hülle die über dem eigentlichen Einband gezogen oder gefaltet wurde festhalten mußten.

Buch-Ecken - waren das also und man sah sie gut.

Buch-Eckern jedoch sind Früchte - der Unterschied ist doch klar oder sind Früchte des Fleißes, der Ordnung, der Sauberkeit etc., etc., hier etwa doch erneut wie so sehr oft metapher-technisch vielleicht gemeint ...

Die Freiheit die ich meine, ist eine Freiheit, die dem Individuum zugestanden werden muß.

Es kann und darf nicht sein, daß aus Feigheit und nebulöser Furcht nämliche erneut zur Disposition gestellt wird.

Wir befinden uns in Gefahr, lasch und ohne Mark - den ehernen preußischen Geist zu verraten. Die Wilhelminen waren auch warme Menschen, wer ihnen Kälte nachsagt wie sie im 3. Reich produziert worden war lügt.

Ich weiß, daß ich aus Büchern gelernt habe.

Ich weiß was die Geschichte uns Menschen erzählt.

Ich weiß, daß wir verlieren, sollten wir nicht menschlich bleiben können ...

Ausgezogen hatte der Mann links – bis dahin, sich selbst jedenfalls, nur zum Baden, hier zieht er sich allerdings aus, jedoch ist er Literat und Philosoph, und seine Art sich und andere auszuziehen wird überraschen, denn er ist hart, härter als schmutziger Stahl ...

Die Bürgschaft

 

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich

Möros, den Dolch im Gewande;

Ihn schlugen die Häscher in Bande.

»Was wolltest du mit dem Dolche, sprich!«

Entgegnet ihm finster der Wüterich.

»Die Stadt vom Tyrannen befreien!«

»Das sollst du am Kreuze bereuen.«

 

»Ich bin«, spricht jener, »zu sterben bereit

Und bitte nicht um mein Leben,

Doch willst du Gnade mir geben,

Ich flehe dich um drei Tage Zeit,

Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,

Ich lasse den Freund dir als Bürgen,

Ihn magst du, entrinn ich, erwürgen.«

 

Da lächelt der König mit arger List

Und spricht nach kurzem Bedenken:

»Drei Tage will ich dir schenken.

Doch wisse! Wenn sie verstrichen, die Frist,

Eh du zurück mir gegeben bist,

So muß er statt deiner erblassen,

Doch dir ist die Strafe erlassen.«

 

Und er kommt zum Freunde: »Der König gebeut,

Daß ich am Kreuz mit dem Leben

Bezahle das frevelnde Streben,

Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,

Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,

So bleib du dem König zum Pfande,

Bis ich komme, zu lösen die Bande.«

 

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund

Und liefert sich aus dem Tyrannen,

Der andere ziehet von dannen.

Und ehe das dritte Morgenrot scheint,

Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,

Eilt heim mit sorgender Seele,

Damit er die Frist nicht verfehle.

 

Da gießt unendlicher Regen herab,

Von den Bergen stürzen die Quellen,

Und die Bäche, die Ströme schwellen.

Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,

Da reißet die Brücke der Strudel hinab,

Und donnernd sprengen die Wogen

Des Gewölbes krachenden Bogen.

 

Und trostlos irrt er an Ufers Rand,

Wie weit er auch spähet und blicket

Und die Stimme, die rufende, schicket,

Da stößet kein Nachen vom sichern Strand,

Der ihn setze an das gewünschte Land,

Kein Schiffer lenket die Fähre,

Und der wilde Strom wird zum Meere.

 

Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,

Die Hände zum Zeus erhoben:

»O hemme des Stromes Toben!

Es eilen die Stunden, im Mittag steht

Die Sonne, und wenn sie niedergeht

Und ich kann die Stadt nicht erreichen,

So muß der Freund mir erbleichen.«

 

Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,

Und Welle auf Welle zerrinnet,

Und Stunde an Stunde entrinnet.

Da treibt ihn die Angst, da faßt er sich Mut

Und wirft sich hinein in die brausende Flut

Und teilt mit gewaltigen Armen

Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.

 

Und gewinnt das Ufer und eilet fort

Und danket dem rettenden Gotte,

Da stürzet die raubende Rotte

Hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,

Den Pfad ihm sperrend, und schnaubet Mord

Und hemmet des Wanderers Eile

Mit drohend geschwungener Keule.

 

»Was wollt ihr?« ruft er, für Schrecken bleich,

»Ich habe nichts als mein Leben,

Das muß ich dem Könige geben!«

Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:

»Um des Freundes willen erbarmet euch!«

Und drei mit gewaltigen Streichen

Erlegt er, die andern entweichen.

 

Und die Sonne versendet glühenden Brand,

Und von der unendlichen Mühe

Ermattet sinken die Kniee.

»O hast du mich gnädig aus Räubershand,

Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,

Und soll hier verschmachtend verderben,

Und der Freund mir, der liebende, sterben!«

 

Und horch! da sprudelt es silberhell,

Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,

Und stille hält er, zu lauschen,

Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,

Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,

Und freudig bückt er sich nieder

Und erfrischet die brennenden Glieder.

 

Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün

Und malt auf den glänzenden Matten

Der Bäume gigantische Schatten;

Und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,

Will eilenden Laufes vorüberfliehn,

Da hört er die Worte sie sagen:

»Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen.«

 

Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,

Ihn jagen der Sorge Qualen,

Da schimmern in Abendrots Strahlen

Von ferne die Zinnen von Syrakus,

Und entgegen kommt ihm Philostratus,

Des Hauses redlicher Hüter,

Der erkennet entsetzt den Gebieter:

 

»Zurück! du rettest den Freund nicht mehr,

So rette das eigene Leben!

Den Tod erleidet er eben.

Von Stunde zu Stunde gewartet' er

Mit hoffender Seele der Wiederkehr,

Ihm konnte den mutigen Glauben

Der Hohn des Tyrannen nicht rauben.«

 

»Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht

Ein Retter willkommen erscheinen,

So soll mich der Tod ihm vereinen.

Des rühme der blutge Tyrann sich nicht,

Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,

Er schlachte der Opfer zweie

Und glaube an Liebe und Treue.«

 

Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor

Und sieht das Kreuz schon erhöhet,

Das die Menge gaffend umstehet,

An dem Seile schon zieht man den Freund empor,

Da zertrennt er gewaltig den dichten Chor:

»Mich, Henker!« ruft er, »erwürget!

Da bin ich, für den er gebürget!«

 

Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,

In den Armen liegen sich beide

Und weinen für Schmerzen und Freude.

Da sieht man kein Auge tränenleer,

Und zum Könige bringt man die Wundermär,

Der fühlt ein menschliches Rühren,

Läßt schnell vor den Thron sie führen.

 

Und blicket sie lange verwundert an.

Drauf spricht er: »Es ist euch gelungen,

Ihr habt das Herz mir bezwungen,

Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn,

So nehmet auch mich zum Genossen an,

Ich sei, gewährt mir die Bitte,

In eurem Bunde der Dritte.«

 

 

Der Handschuh

 

        Vor seinem Löwengarten,

        Das Kampfspiel zu erwarten,

        Saß König Franz,

        Und um ihn die Großen der Krone,

        Und rings auf hohem Balkone

        Die Damen in schönem Kranz.

 

        Und wie er winkt mit dem Finger,

        Auf tut sich der weite Zwinger,

        Und hinein mit bedächtigem Schritt

        Ein Löwe tritt,

        Und sieht sich stumm

        Rings um,

        Mit langem Gähnen,

        Und schüttelt die Mähnen,

        Und streckt die Glieder,

        Und legt sich nieder.

 

        Und der König winkt wieder,

        Da öffnet sich behend

        Ein zweites Tor,

        Daraus rennt

        Mit wildem Sprunge

        Ein Tiger hervor.

...

Ob Fabel, Parabel, Metapher oder welche andere Art der "Verfremdung" auch immer, der Dichter ist frei, einfach frei, er war es immer, zu allen Zeiten, und er wird es auch immer sein, ob er Goethe heißt oder Tucholsky, Wilder oder Wilder ...

 oder -

Bernhard Malinkewitz

 

Der Mangel politischer Bildung bei den deutschen Literaten

Man kann einen Dichter entschuldigen, wenn er sich auch nicht gerade tatsächlich mit den Fragen beschäftigt, welche die Herzen der Besten seiner Zeit bewegen, wenn er sich zurückzieht in die stille Klause seines Gemachs, unbedrängt vom lärmenden Geräusch des Tages, und dort, in sich versunken, über der Erschaffung neuer poetischer Gestalten brütet. Aber nimmermehr zu entschuldigen ist er, wenn er seinen Sinn für jene Fragen förmlich verschließt, verdammungswürdig, wenn er in eine unfreie Opposition gegen dieselben sich stellt.

    Die Blätter der »Deutschen Volkshalle« haben schon öfters Zeugnis abgelegt, daß sie die hohe Bedeutung und den unvergleichbaren Wert des poetischen Wortes für die Nation gar wohl zu schätzen wissen; sie haben anerkannt, daß die Wirkung dichterischer Komposition weit ausgreifender, weit universaler ist, als das bloße Räsonnement des Politikers oder Kritikers oder auch Philosophen, die alle am Ende mehr auf den Kopf, als auf Herz und Gemüt berechnet sind. Unsere letzte Hoffnung haben wir noch auf die Musen gesetzt, und zwar nicht so, daß sie uns bloß beruhigen sollten über eine unerträgliche Gegenwart, – denn für den Verlust der Freiheit gibt es wenig Trost, – sondern daß sie uns anfeuern und begeistern sollten zur Eroberung eines längst verlornen Kleinods. Wenn wir hiemit der Poesie eine der ersten Rollen in der Weltgeschichte zugeteilt haben, so haben wir zugleich auch das Ansinnen und die Forderung an sie gestellt, daß sie sich nicht zur Kupplerin erniedrigen und nicht mit neuen Lappen alte Märchen flicken solle, die ihren Sinn verloren.

    Man möge uns aber nicht mißverstehen. Mit solchem Ansinnen haben wir keineswegs die Meinung ausgesprochen, als solltte der Dichter nur die Heroen der Weltgeschichte, die Streiter im Dienste der Wahrheit, die Kämpfer für Recht, die Schildhalter der Freiheit zu seinem Vorwurfe erwählen, nur solche der poetischen Behandlung für würdig erachten, Skakespeare hat uns Schufte jeder Gattung vorgeführt, vorgeführt, wie es allein der Dichter durfte, ganz objektiv, wie sie waren, wie sie sind, wie sie leibten und lebten, in all ihrem trüben Glanze, ihrem trostlosen Prunke, ihrem blühenden Elend. Sei wurden oft mit grausamer Vorliebe von ihm behandelt, sie schienen vier Akte hindurch fast im Besitze des Rechts zu sein, bis im fünften Akte das Gericht über sie erging, und der Dichter sie mit ihrem Gold und ihrem Purpur und allen ihren schönen Redensarten dem Teufel überantwortete.

    Hier liegt es eben. Der Dichter darf alle möglichen Figuren der Geschichte, der Vergangenheit und der Gegenwart, in poetischen Produktionen uns vor Augen führen; er darf einen Dionys und einen Möros, jeden in seiner individuellsten, konkretesten Wahrheit darstellen; aber er darf den Schurken nicht recht behalten lassen, das Gift nicht mit Honig überkleistern.

    Die einfachste Definition von Verbrechen ist: Eingriff in die Rechte eines Individuums oder einer Gesamtheit von Individuen; Schmälerung der persönlichen Freiheit, Beeinträchtigung derselben in irgend einer Beziehung.

    Der Dichter ist Richter im höchsten, umfassendsten Sinne des Wortes und wird daher nie gutheißen können, was der Freiheit von der res privata an bis zur res publica hinauf im geringsten Eintrag tut.

    Wird die Freiheit des einzelnen von irgend einer weltlichen Macht angegriffen, so hat er mit seinen Blumen stets das Opfer, niemals den Schlächter zu bekränzen. Nur zum Richter der Weltgeschichte selbst, zum Richter des Schicksals darf er sich nicht aufwerfen. Heir muß er mit wahrhaft frommem Sinne anerkennen, daß die augenblickliche scheinbare Aufopferung der persönlichen Freiheit im ganzen und großen zuliebe stattfindet.

    Die Erhebung beklagenswerter Erscheinungen, solange sie im Rechte und in der Macht sitzen, in die Atmospäre der Poesie, ist und wird ewig eine Lüge bleiben. Wie kalt, wie trostlos kalt läßt einen nicht Lamartines »Chant du Sacre«, welcher die Feierlichkeiten bei der Krönung Karls X. zum Gegenstande hat! Man muß ein Herz haben, wie ein Bourbon, um von dieser toten Pracht im mindesten sich rühren zu lassen.

    Solche Persönlichkeiten werden der poetischen Behandlung erst fähig, wenn sie ihrem Untergange entgegeneilen, und dann sind wieder eigentlich nicht sie es, welche auf Poesie Anspruch machen können, sondern der Sieg der Freiheit, der in ihrem Sturze sich offenbart, die Nemesis der Weltgeschichte, die alles aus dem Wege räumt, was die ungehemmteste Bewegung des Geistes irgend beeinträchtigen könnte.

    Aber, – hält man entgegen, – hat nicht Shakespeare bei jeder Gelegenheit seine Königin Elisabeth verherrlicht, hat nicht Tasso sein »befreites Jerusalem« unter den Auspizien des Herzogs von Ferrara vollendet, hat nicht Goethe als Minister an einem fürstlichen Hofe gelebt, hat es selbst Schiller verschmäht, Unterstützungen von hoher Hand anzunehmen? Willst du darum so ungerecht sein und alles über den Haufen werfen, was sie anerkannt Herrliches dem deutschen Volke und der fernsten Nachwelt hinterlassen? Du wagst es, den Genius anzuklagen, weil seine Füße die Schwelle eines Palastes betreten haben? So würden wir am Ende unserer schönsten Werke beraubt!

    Nicht so. Man kann einstimmen in die lauteste Bewunderung, welche solchen Geistern von allen Völkern gezollt wird; man kann tief überzeugt sein, daß der Dichter seinen Beruf, seine Mission erst wahrhaft begriffen hat, wenn er zum Volke sich gesellt, und wird darum doch nicht in Abrede stellen, daß der echte Dichter, selbst im Purpur und in der Tiara, wider Willen predigen muß das Evangelium der Freiheit. Goethe mußte seinen »Faust«, seinen »Werther«, seinen »Egmont«, Schiller seinen »Don Karlos« schreiben; denn der Genius in ihnen war mächtiger als sie selbst.

    Aber ihr Leben war ein Widerspruch. Schiller kann noch eher entschuldigt werden, als Goethe; er war arm von Mutterleibe an und wollte nur eine sorgenfreie Existenz, um ungestört seinem poetischen Drange sich hingeben zu können; er hat seinen Glauben nirgends verleugnet und ist stets die Schlange im Schoße der hohen Herren geblieben. Doch muß ich, was den Charakter betrifft, auch hier Béranger weit vorziehen, der arm geboren, arm sterben will und selbst jede Gabe aus den Händen seiner Freunde zurückweist. Loben muß ich in solcher Beziehung einen der größten Maler Frankreichs, den Maler David, der sein ganzes Leben hindurch alle Anerbietungen fremder Fürsten ausgeschlagen, der außer Napoleon nichts gemalt hat, als Republikaner und ewig Republikaner; der nach der Schlacht von Waterloo dem stolzen Wellington, der sich von ihm porträtieren lassen wollte, weit stolzer zur Antwort gab: »Ich male keinen Engländer!«

    Welchen unberechenbar größeren moralischen Eindruck würden unsere großen Dichter und Denker machen, wenn sie fern von den Palästen in den niederen Sphären des Volkes geblieben wären, wenn sie ihr Leben mehr in Einklang gebracht hätten mit ihren Worten! Sie haben der Freiheit viel geschadet; sie haben so hübsche Verse auf dieselbe gemacht und durch ihre soziale Stellung ihr so schnurstracks entgegen gehandelt! Sie sind schuld daran, wenn von vielen Seiten her die empörende Behauptung laut wurde, wohl sei die Freiheit etwas höchst Poetisches, aber auch etwas höchst Unpraktisches. Sie hätten der bloß einseitigen Freiheit des Dichters, der bloßen ästhetischen Bequemlichkeit nie die Würde des Menschen, die Freiheit des Mannes zum Opfer bringen sollen. Wir wären vielleicht ärmer um einige Produktionen; aber die, welche wir besäßen, würden dann eindringlicher reden zum Herzen der Nation, weil sie aus dem Herzen und Kopfe der Männer kämen, die ihr nahe gestanden.

    Verhehlen wir es uns nicht; es liegt auch einigermaßen an uns, daß die größten Genien unseren Kreisen entfremdet wurden. Wir sind oft so lange gleichgültig gegen dieselben und stoßen sie beinahe zurück, bis sie die Aufmerksamkeit erlauchterer Zirkel erregen und man von oben her sich derselben bemächtigt. So haben wir schon manchen verloren, der bei ein wenig Teilnahme der Unsrige geworden, und für uns, statt gegen uns in die Schranke getreten wäre. Die Nation sollte die Lenkung ihrer jugendlichen Geister übernehmen und sie für ihren Dienst brauchbar machen.

    Das Bestreben der »Deutschen Volkshalle« ist insoferne ein doppeltes: einmal, die Dichter für das Volk, und dann, das Volk für seine Dichter zu gewinnen. Sie hat es mehr mit den werdenden, als mit den fertigen Geistern zu tun; sie wird stets so billig sein, bei allen ästhetischen Gebrechen der jungen Literatur das wahre, das demokratische Element derselben nicht zu verkennen, immerhin aber darauf hinarbeiten, daß die Wahrheit auch im Gewande der Schönheit sich zeige. Kämpfen, unerbittlich kämpfen wird sie, wo die Poesie oder Philosophie in den Dienst veralteter oder verkehrter Richtungen genommen wird.

    Ich kann hier wohl am leichtesten an einige Erscheinungen der neuesten Zeit anknüpfen.

    Die Schriftsteller vor der Julirevolution sind immer noch eher zu entschuldigen, als die Schriftsteller nach dem Jahre 1830, welche zwei Revolutionen hinter sich haben, aber dessenungeachtet den Geist des Jahrhunderts böslich verdrehen.

    Teils veraltete, teils unfreie Richtungen machen sich seit einiger Zeit im »Freihafen« geltend. Das eben ausgegebene vierte Heft des Jahrgangs 1839 enthält interessante Briefe des verstorbenen Wilhelm Waiblinger an seinen Vater, und von Heinrich König, dem freisinnigen Abgeordneten, lehrreiche Aufschlüsse über die neueste russische Literatur. Rudolf Kausler bringt einen zweiten Artikel über Ludwig Tieck und die deutsche Romantik, der sehr wissenschaftlich gehalten ist, jedoch mehr von einer guten, geschickten Verarbeitung fremder, als von einer Fülle eigener Gedanken zeugt.

    Unbegreiflich ist es, daß eine so verfehlte Produktion, wie »Julius der Dritte, vorgeschichtliche Novelle von M. Eternicht« Aufnahme gefunden. Hier entschädigt einen weder die Kunst für eine falsche Politik, noch eine auf der Höhe der Zeit stehende politische Ansicht für die ästhetische Unzulänglichkeit. Der Verfasser gibt sich durchweg die wichtigste Miene von der Welt, und wißt ihr, was als Ziel der deutschen Geschichte zuletzt geweissagt wird? Anschließung Preußens an Östreich, ein deutscher Kaiser aus preußischer Linie und Wiedereroberung des Elsasses und Straßburgs! Und das alles soll vollendet sein im Jahre des Herrn 1850. O quel bruit pour une omelette!

    Der zweite Aufsatz, gegen den wir Einsprache tun müssen, führt den Titel: »Hegel und die christliche Freiheit«. Von F. A. Maerker. – Christliche Freiheit; Es ist wahr, das Christentum predigt die Freiheit; der Begriff Freiheit aber war vorhanden, ehe es ein Christentum gab. Freiheit ist Freiheit: nicht türkisch, nicht heidnisch, nicht christlich. Die Freiheit hat nur einen Glauben, den Glauben an sich selbst.

    Wie hoch ich Lamennais schätze, davon habe ich in diesen Blättern schon mehrere Male den Beweis gegeben. Und doch kann ich mich mit seiner Art und Weise, die demokratischen Prinzipien aus dem Evangelium abzuleiten, mit seinem evangelischen Radikalismus, nicht ganz verständigen. Er hat dadurch seinen und unsern Gegnern das Recht eingeräumt, auch ihrerseits die Bibel als Beleg zu zitieren. Lamennais hat eine Dogmatik geschrieben, besser, als je ein Theolog sie schreiben wird, – wer bürgt uns aber dafür, daß nicht auch die Aristokratie die so allgemein gefaßten Lehren des Evangeliums für ihre Zwecke ausbeuten könnte?

    Herr Maerker ist übrigens nur der Vorredner und Übersetzer einer akademischen Rede, welche Hegel bei der dritten Säkularfeier der Augsburgischen Konfession im Jahre 1830 in lateinischer Sprache gehalten hat.

    Die Freiheit braucht nicht christlich zu sein; wir dürfen sie nicht aufgeben, und wenn sie ein Heide wäre. Brutus war gewiß ein so freier Mann, als Hegel und seine Schüler. Mag alles zuletzt auf die Religion bezogen werden müssen, nehmt wenigstens die Freiheit aus. Diese ist nur von sich selbst abhängig.

    Wir sind seit dem Jahre 1830 um einen guten Schritt vorwärts gekommen, und Herr Maerker hätte sich nicht die Mühe zu geben brauchen, diese Rede drucken zu lassen, dem Redakteur des »Freihafens« hätte ich übrigens so viel politischen Takt zugetraut, sie nicht aufzunehmen.

    Wozu immer solche captationes benevolentiæ.

[Herwegh: Der Mangel politischer Bildung bei den deutschen Literaten. Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, S. 83530

(vgl. Herwegh-W Bd. 2, S. 58 ff.)




Zuletzt geändert:  15.03.2007 ,  10:56:01 -



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