Auto weg ...?







von

Bernhard Malinkewitz / Bernd Müller






















BM & BM - Journalismus, Fachverlag für Technik +Kunst und Werbung

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Erste Lüge

2 1/2 Jahre später

Polizeiaktion

Zweite Lüge








Erste Lüge

Jo Maar war sympathisch, er war noch recht jung, war agil, war ein guter Fußballer, und er hatte außerdem, wenn man sein Lebensbild spezifisch vervollständigen will, zum momentanen Zeitpunkt schon vier Kinder mit seiner Ehefrau. Jo war traurig jedoch verheiratet. Sie - liebte ihn sehr, er - ging sehr viel aus ...?

Als er in dem Ort - in dem er dem Vereinsfußball seinen Stempel aufzudrücken suchte, indem er überragende Künste am Ball, teilpolitisch - für sich, zu nutzen suchte - eine Wohnung bekam, lernten sie sich kennen.

Boris Mayer - hieß: Heinz Boris Mayer.

Er war mittlerweile 17 Jahre alt.



Jo Maar war 23 Jahre, also etwa sechs Jahre älter. An der Theke des Sportlokals des Clubs, der den Wohnort von Boris zierte, hatten die beiden ihren ersten Kontakt: „Sage mir doch mein Freund; so sprach Jo Boris an, trinkst du ein einzelnes Bier mit mir?“ - „Warum nicht; so war die lakonische Antwort von Heinz, nein - von Boris, ein Bier schadet mir sicher nicht!“ Boris war zu der Zeit dem Bier noch abgeneigt, er trank dafür jedoch viel Limonade, auch dunkle: „Meine Mutter sagte mir, daß sie dich kennt, kennst du uns vielleicht auch, wir sind aus Alsdorf; fragte Jo, wir sind aus Alsdorf-K1. hier her gekommen, ich spiele hier Mittelstürmer in der ersten Mannschaft, du bist noch in der A-Jugend stimmt's!?“ - „Ja; sagte Boris schlicht, ich bin noch in der A-Jugend; ein trauriges Lächeln spielte sich während dieser Worte in seinem Gesicht ein, er wäre gerne schon in der 1. Mannschaft tätig geworden(!), ich - spiele Vorstopper dort, bin für Schnelligkeit und Härte bekannt, mache auch schon einmal bei euch mit.

Das, nicht nur im Training, aber es ist verboten!

„Mir ist das bekannt; sagte Jo Maar, aber sag', du hast auf meine Frage nach meinem oder unserem Bekanntheitsgrad - bei 'dir', noch nicht geantwortet, kennst du 'uns' denn zumindest vom Hören?“

„Nein; sagte Boris wahrheitsgemäß. -'Ich' - sehe dich hier zum Erstenmal.

-Und in der vorigen Woche sah ich dich auch erstmalig auf unserem Fußballfeld!“



„Ach so ...? -verdutzte sich Jo, du interessierst dich wohl nicht allzusehr für den Stadtfußball, für den Kreis oder für die Oberliga - was?“

„Stimmt; sagte Boris, der nächste Verein der Ortschaft aus der anderen Richtung, nicht etwa einer der Clubs der Richtung aus der du kommst, er spielt den perfekten Fußball, ist die beste Mannschaft des gesamten Rheinlandes. Ich mag sie aber nicht. Leider kann ich nicht genau sagen warum das so mit mir ist, aber ich habe den Eindruck die jungen Männer des dortigen Clubs - sie sind trotz ihrer Erfolge, primitive halbe Lungen(?)!“ - „Da bin ich nicht ganz deiner Meinung; lachte Jo - augenzwinkernd, er glaubte eine deutliche Verhohnepipelung erkannt zu haben, die sind gut genug!“ - „Nein!“ Sagte Boris, und dann sah er, daß der Nachbar aufstand, den Barhocker beiseite stellte und wortlos abdrehte. Unwirsch, guckte er ihm nach, 'das sind ja Manieren(!)', hatte er gedacht. Jo war jedoch nur zur Toilette gegangen, wenige Minuten nur brauchte er, dann war er wieder am Tresen: „Tut mir leid Heinz; sagte er - und, du heißt doch Heinz oder soll ich Boris zu dir sagen?“ Lauernd wartete Jo auf eine Antwort, Boris hatte es bemerkt: „Ach weißt du; grinste er, es mir egal, Zuhause sagt meine Mutter nur Boris zu mir, mein Vater, Gott habe ihn selig, sagte es auch, aber alle Freunde und Mitschüler nannten mich stets nur Heinz, du reihst dich ja ganz prächtig schon zu Anfang in diese Phalanx der „Heinz-Sager“ ein. Mache ruhig weiter so, du wirst später vielleicht schon sehen - was du davon hast!“

So lachte Boris oder Heinz, den jungen Mann aus K. an, sie mochten sich wie es schien: 'Ich selbst, ich heiße in voller Größe Johann, in meiner Familie sagt man allerdings bloß Jo zu mir, also bitte, wenn es dir nichts ausmacht, nenne mich ebenfalls so. Einen Spitznamen habe ich nicht, du führst ebenfalls keinen - oder!?“ - „Nein; sagte Boris zögernd, irgendwie suchte er in seiner Erinnerung, es war ihm nämlich so als wäre da etwas zu finden, aber er hatte vergessen, daß er in 'kleinster Kindheit' einen Spitznamen bekommen hatte, seit 13 Jahren etwa, hatte er ihn jedoch nicht mehr gehört, er wußte allerdings nicht, daß man heimlich in seiner Ortschaft, von seltsamer Stelle her jedoch, seinen Spitznamen immer wieder noch 'gegen' ihn gebrauchen wollte, darum war das ironische Lächeln Jo's seltsam genug; so auch hatte er gedacht und sich dabei etwas gewundert: -nein, ich trage keinen Spitznamen, mir geht es auch ohne einen solchen gut genug!“

Sie grinsten sich an, Boris bestellte eine Zweierrunde, es war auch sein zweites Bier. Allerdings hatte er jenen Spitznamen den er eigentlich bei zwei oder drei jungen Leuten nur trug, plötzlich wieder im Kopf, er hatte ihn also keineswegs wirklich vergessen, hielt ihn jedoch nicht für erwähnenswert. Da gab es aber tatsächlich etwas worüber man eigentlich reflektieren hätte können - nun; so hatte Boris gedacht, wenn ich die Empfindung bekommen sollte, dann wird es sicherlich noch möglich sein diesen 'Kosenamen' zu vergleichen?“



2 1/2 Jahre später

Boris hatte geheiratet, seine junge Ehe hatte früh schon ein Kind, seine Arbeit war wie die seines Vaters, er war in dessen Fußstapfen getreten, sein Vater war nun aber; wie er traurig glaubte, doch schon lange tot. Seine Mutter kümmerte sich, oftmals sogar rührend, nun nicht mehr um ihn, Boris, sondern jetzt um seine kleine, liebe Tochter. Mit dem Auto, einen Wagen den er von seiner Mutter geschenkt bekommen hatte und den er jetzt sein eigen nannte, fuhr er jeden Tag zur Arbeit auf die Zeche, auf die Kohlenmine. Ja - er war, wie es der Wunsch des verstorbenen Vaters gewesen war, Maschinenschlosser geworden. Die Zeiten waren jedoch hart, das Geld lag nicht auf der Straße, und seine Ideale letztlich doch nicht im Bergbau. Da wollte es sich, vielleicht auch irgendwie darum, so ergeben, daß die Soldaten der deutschen Bundeswehr nach ihm zu rufen begannen, das, obwohl er wegen seiner Bergbautätigkeit vom Militärdienst freigestellt sein könnte. Er wollte jedoch Soldat werden. Das Auto aber, das wäre dann finanziell nicht mehr tragbar. Seine Ideale mochten ihm aber sagen, verkaufe es, sieh zu daß du ein 'MG' bekommst ...! Seine Nummernschilder trugen mittlerweile die Kennung 'GK', 'AC' - aber, seine angestammte PKW-Kennung, sollten sie trotzdem schon bald zurückbekommen.

Er wußte es jedoch bis hier her noch nicht: 'Na - Jo, wie geht's?' Boris Mayer war gerade vor wenigen Augenblicken in das Vereinslokal gekommen, es existierte noch: - 'Mir geht es gut; hörte er von Jo als Antwort, sehr gut sogar, wir haben das fünfte Kind bekommen; das sagte er seltsam breit lachend - und, tja, ich bin also schon wieder Vater!“ - „Herrjemine(!); machte Boris auf verzweifelt, solch ein Pech aber auch(!), dennoch; meinte er wie listig, das gibt sicherlich eine Menge Kindergeld mehr was?“

„Ja; sagte Jo, das will ich doch hoffen, meine Frau kann das Geld sehr gut gebrauchen; bei diesen Worten grinste er geradezu scheußlich in Boris hinein, dem ging es postwendend schlecht, ich habe genug Geld, ich brauche das Kindergeld meiner Frau nicht; seltsam genug(;), dachte Boris, daß er das so sehr unangenehm betont, ich bekomme mein Taschengeld und manchmal gebe ich ihr Haushaltsgeld, aber ich bin bislang noch immer zufrieden gewesen. Komme her Heinz; sagte er süffisant schmunzelnd, trinke ein Bier mit mir!“

„Nein; sagte Boris, das geht nicht, ich muß sofort wieder weg, meine Frau erwartet mich, ich bin mit meinem Wagen unterwegs, da ist sie eigentlich immer unruhig, der schnelle Flitzer den ich habe, der ist zwar äußerst sicher, ich jedoch fahre nach Ansicht meiner Frau einen heißen Reifen, das aber ist nicht das was sie möchte!“

„Was sagst du; fragte Jo laut und akzentuiert, du bist mit deinem Wagen da, hier im Ort wird erzählt - daß du das Wunderding, das angeblich dem schnellsten Fußballer, dem schnellsten Linksaußen - Aachens, gehört haben soll, verkaufen willst, weil du zum Bund mußt?“

„Stimmt genau!“ Sagte Boris.

„Mensch Heinz; lallte Jo, ich brauche unbedingt ein Auto, sage mir doch wie teuer es ist, vielleicht kann ich es dir abkaufen?“ - „2050 Mark - mein Junge, das kannst du niemals auf die Beine bringen!“ - „Ja; sagte Jo, das denkst du, ich - aber, ich denke da anders, zumal wir jetzt vor wenigen Stunden gerade erst einmal ein bißchen reicher geworden sind!“ Jo Maar hatte das Kindergeld im Visier, Boris ahnte das, ihm war die Situation mehr als peinlich. Der frischgebackene Vater aber, der war in dem Lokal wie auch im ganzen Ort, das absolute Lieblingskind aller Leute. Sie mochten ihn wirklich sehr, diesen Typen, und Boris selbst, er war ja doch auch von ihm geblendet: „Nein nein lieber Jo; sagte Boris leise, denke nicht das was du denkst, bitte tu's nicht, auch deine Künste als Balltreter können mich nicht umstimmen, dir verkaufe ich den Wagen niemals?“

„Du bist wohl irgendwie neidisch?“ Fragte Jo: „Nein ganz und gar nicht!“ Sagte Boris: „Dann sprich mir doch bitte einmal laut ins Ohr; sagte Jo, sprich da hinein; er hatte den Zeigefinger der rechten Hand hart an sein rechtes Ohr gedrückt, sage mir warum du mir dein Auto nicht verkaufen willst, ist mein Geld dir etwa nicht so viel wert wie es dir offenbar das Geld irgendwelcher anderer Leute doch wohl ist?“ - „Du weißt genau, daß das unsinnig ist; lächelte Boris gequält, er mochte ihn schließlich irgendwie, aber ich weiß aus sicherer Quelle, daß du kein Auto haben darfst, und zwar weil du trinkst und weil du kein Geld dafür hast!“ - „Wer hat dir das gesagt; fragte Jo wütend, er war aufgeregt wie selten zuvor, das wird meine dreckige Frau, diese elende Schlampe wahrscheinlich gewesen sein, nur sie ist in der Lage mich schlecht zu machen, mich herabzuwürdigen oder zu desavouieren!“



„Ich werde den Teufel tun, dir jedoch dennoch nicht sagen woher ich meine Kenntnisse über dich bezogen habe, nur soviel sei von mir dazu noch gesagt, es waren Zufallsgespräche aus welchen ich mich dichbezüglich“ informiert habe, zufällige Begegnungen, mit Menschen zumal, die dich sehr gut kennen, waren die Basis für meine Kenntnisse, ja - ich weiß, daß es Menschen gibt, die dich besser kennen, besser jedenfalls - als ich dich nur kenne!“



Jo drehte sich um, sein Barhocker schlidderte dabei ein wenig, neben ihm stand sein jüngerer Bruder, ihn sprach er an, während Boris sich zur anderen Seite drehte um einem anderen Gast eine Frage zu beantworten. Jo sagte ihm, daß er, Jo, im Falle er täte ihm, einen Gefallen, eine Limo spendieren würde, der kleine Bruder sollte nur die vierhundert Meter bis zu Jo nach Hause laufen, er sollte Jo's Frau herholen, aber dalli dalli(!). Boris hatte das nur teilweise und dann auch noch unabsichtlich mitbekommen, aber er hatte dennoch keinerlei Grund irgendwie mißtrauisch zu sein, glaubte er: „Heinz; sogestalt riß Jo Boris von dem Wirtshausgast weg, höre mir jetzt einmal zu; das sagte er in Boris Gedanken hinein: -ich will dein Auto kaufen(!), meine Frau ist im Anmarsch hier her, sie soll mein Bürge sein!“ - „Ach du liebe Zeit; sagte Boris, du tust mir da vielleicht etwas an!“

Fünf Minuten waren kaum vergangen, als plötzlich im Eingang der Kneipe eine junge Frau auftauchte, brünett, schlank und hübsch, jedoch mit rot verweinten Augen. Als wäre sie ängstlich, so kam sie an den Tresen, so kam sie zu der Stelle am Tresen, an der die beiden jungen Männer standen: „Guten Tag Lisbeth!“ Sagte Boris. „Guten Tag Boris!“ Sagte Lisbeth, dann sahen sie einander schweigend an. Boris hatte das Gefühl das Jo ein Spinner war, da brachte dieser elende Kerl doch tatsächlich nun auch noch seine Frau ins Spiel, zumal um sie erbärmlich zu blamieren(?!): „Lisbeth; sagte Jo schnell, etwa sogestalt als hätte er die wenigen Momente des Schweigens genutzt - um sich zu sammeln, um mit sich und in sich abzuklären wie er denn nun vorzugehen hat, du bist hier weil du mir Bürge sein sollst, du sollst mir Bürge sein, Bürge bei einem Geschäft - das sich hier in der Gegend noch immer Autokauf nennt. Sei bitte so gut und sage Heinz - oder Boris (...?), daß du mit Teilen deines Haushaltsgeldes dafür geradestehen wirst, daß das Auto in Raten bezahlt werden wird!“

Boris schaute überrascht auf, der Kerl war übergeschnappt, sie hatten bislang lediglich andeutungsweise davon gesprochen daß Jo Boris PKW kaufen mochte, mehr nicht. Außer vielleicht noch; dachte er, daß er, Boris, es abgelehnt hat, an Jo zu verkaufen. Da geht dieses Windei nun jedoch schon eilig her und ruft seine Frau hier hoch und legt in zwei Sätzen sogar schon alle Modalitäten für das Geschäft fest, das sogar - ohne Boris überhaupt dazu gehört zu haben. Der - war doch beschmiert; dachte Boris, der - hatte eine ganze Ecke ab, nicht bloß 'ne halbe, so etwas gibt es doch nicht ...?

Polizeiaktion

„Du höre einmal Jo; sagte er darum rasch, ich verkaufe dir meinen Wagen nicht, das hatte ich dir schon gesagt, schon gar nicht auf Raten und auch nicht dadurch, daß du dir deine Ehefrau zur Hilfestellung hergeholt hast. Es tut mir leid Lisbeth; sagte Boris an die Adresse der Frau gerichtet, aber dein Mann ist impertinent oder ist auch - dreist, er will nämlich über uns beide bestimmen, will das vordere Rad eines Dreirädchens werden, da hat er dann den Lenker, wenn du verstehen willst was ich da anzudeuten wage. Aber ich bin nicht Kathie Maier, ich bin Heinz Boris Mayer, und mein italienisches Auto ist keine Kuh - nicht? -also wieso sollte ich mich auf einen Viehhandel einlassen? -und Jo; sagte er noch einmal an die Adresse des Kaufwilligen gerichtet, da gibt es Steuern zu bezahlen und Versicherungen, da muß Benzin gekauft werden und Reparaturen müssen eingeplant sein, ich glaube einfach nicht, daß du in der Lage bist Rücklagen zu bilden, du bist ein Hasardeur und deine Frau soll mit dir leiden!“ - „Nein nein; meinte Lisbeth schnell dazwischen, Jo ist o. k., er weiß genau was er tut, seine neue Arbeitsstelle liegt dicht vor Köln, wie soll er bloß ohne Auto dahin kommen, wir brauchen das Geld aus dieser Arbeit, unsere Kinder kommen in Not, der Zug fährt so schlecht in Fahrplan und Wegstrecke - daß es eine Qual für ihn werden würde, müßte er mit dem Zug fahren. Er hält das nicht durch Boris, auch dann nicht wenn er tausendmal beteuern würde es täte ihm nichts ausmachen, ich weiß genau, es macht ihm etwas aus, er braucht ein Auto, sein Stolz verlangt danach und der Hunger der Kinder!“ Scheu blickte sie Boris an, dann Jo, sie sah - daß sie Wirkung erzielt hatte, war irgendwie zufrieden damit - hoffte aber auf noch mehr: „Das hat meine Frau ohne Absprache mit mir gesagt, wir haben uns in der Gestalt niemals bislang unterhalten, sie ist eine Schlampe, ich sagte es bereits, sie weiß nicht was sie mir da antut, so von mir zu sprechen - denn ...? -Ja bitte ...? Jo hatte gesehen daß Heinz etwas zu sagen beabsichtigte, dessen Gesicht war ganz grün geworden, seltsamerweise machte das Jo fröhlich, er dachte jedoch nichts mehr dazu, fragte nur noch einmal - was ist?“

„Höre zu Jo, es tut mir leid, aufrichtig leid, ich mag solche Gespräche nicht, außerdem haben wir Zuhörer, er zeigte in die Runde, die Theke war vollbesetzt, mancher guckte herüber, mancher tat so als wäre er mit seinem Glas beschäftigt, die sollen nicht unbedingt vergrault werden; das hatte er diplomatisch, der Frau zuliebe gedacht, also bitte, ich bin bereit dir den Wagen zu verkaufen, unter diesen Zeugen, sagte Boris laut, mit der Hand einen Halbkreis malend, erwarte ich darum 100,- DM bares Geld jeden Monat, und zwar von dir persönlich, immer dann zumal, wenn ihr am 1. d. M. Geld habt, ich erwarte es direkt in meine Hand.

-Das ist noch nicht alles; linste er, ich vertraue euch nicht, aber ich kann nicht gegen meine Psyche an, ihr habt mich tatsächlich regelrecht überrannt. Den Wagen kannst du sofort haben, das einzige was du tun mußt ist, daß du mir eine Anzahlung leistest, und daß du mich, jetzt anschließend - nachdem das geschehen ist, nach Hause fährst!“

„Ja klar und vielen Dank auch; sagte Jo scheinbar überrascht, dann winkte er nur noch mit dem Arm, setzte sich allerdings dabei in Richtung Ausgang in Bewegung, und hielt Boris an den Eingangstreppen zum Wirtshaus noch einmal an: „Meine Frau ist mein Zeuge; sagte er als sei es sehr wichtig, du bekommst die erbetene Anzahlung erst nächsten Monat, das ist dann gleichzeitig die erste Rate, plus dem was an 2000,- DM übersteht, so daß ich dir dann nur noch 19 Monate lang jeden Monat 100,- DM zu bezahlen habe - einverstanden!?“ Boris machte ein verzweifeltes Gesicht, das war ja nun noch einmal ganz starker Tabak, wie zum Kuckuck, wie - kann ein solcher Mann, sich solche Anwandlungen erlauben? -Er wußte es nicht, sagte jedoch - „Ja!“

Zweite Lüge

„Tag Maria, ist Boris da?“ Boris saß in seinem Wohnzimmer, spielte da mit seinem acht Monate alten Kind, als er die Überraschung seiner Frau bemerkte. Maria hatte, nachdem es geschellt hatte, die Türe aufgemacht, vor ihr stand Jo Maar, sie kannte ihn, Boris hatte ihr von ihm erzählt: „Ja; sagte sie darum auf seine Frage, er ist da, kommen sie doch bitte herein!“ - „Du bist mit deiner Tochter beschäftigt (...!), staunte Jo Boris an, beißt sie dir denn nicht den Finger ab?“ - „Nein, das macht sie nicht; sagte Boris, sie küßt allenfalls und wenn überhaupt meine ewig fleißigen Finger!“ Beide lachten sich an, Maria nahm das Kind brachte es in den Laufstall, bot Jo einen Platz an und setzte sich dann zu den beiden. Boris hatte auf der Couch gesessen, Jo mochte sich ebenfalls dort plazieren, seine Wangen waren voll von Erregung, man konnte das an der, von Hektik - herrührenden, Rötung erkennen: „Um was geht es?“ Fragte Boris. „Es geht um die Polizei; sagte Jo albern - Boris aber ruckte hoch, die haben mich erwischt; meinte Jo süßlich, ich habe nämlich gar keinen Führerschein; Boris wurde blaß, dein Wagen; sagte Jo seltsam guckend, der steht in einer Polizeikontrolle, ja gucke nur scheel; sagte er - zu allem Überfluß, nun auch noch so, als sei er böse mit Boris, er steht da und er steht dort wohl doch so lange, bis ich zurückkomme - ihn auszulösen. Ich habe den Beamten erzählt der Führerschein läge bei mir Zuhause. Ich bräuchte ihn, nur wenige Meter von der Kontrolle entfernt, lediglich schnell bloß - einfach zu holen!“

„Aber sage einmal ...?“ -wollte Boris sagen, Jo jedoch ging ihm in die Rede: „Du solltest abwarten Heinz, solltest zuhören was ich zu sagen habe; Boris wurde unwohl, da du beinahe genauso ausschaust wie ich, habe ich gedacht, du rettest uns alle, und zwar tust du das indem du hergehst, meine Jacke anziehst, dich von einem Bekannten, du wirst doch sicherlich jemanden hier kennen? So fragte er besorgt dazwischen, jedoch ohne eine Antwort abzuwarten, -zu der Polizeikontrolle hinfahren läßt, dort dann aussteigst, dich an Ort und Stelle - ohne zu zögern für mich ausgibst, deinen Führerschein vor den Beamten herausholst, vorzeigst, schließlich den Wagen nimmst und wieder herkommst, und zwar um ihn mir erneut auszuhändigen.

-Sollten Probleme auftauchen, sei beruhigt, der Wagen ist noch immer nicht umgemeldet, Steuern und Versicherung werden erst kommenden Monat auf mich übergehen!“ Boris war geschockt, seine Frau guckte entgeistert: „Bitte verlassen sie unsere Wohnung, gucken sie doch wie sie klar kommen, sie windiger Lügner!“ - „Moment Maria; sagte Boris, es geht da immerhin noch um meinen Wagen, das muß ich erst einmal geklärt haben danach kannst du den Schuft an die frische Luft setzen!“

Sie palaverten noch eine Viertelstunde - dann stand Boris auf, ging zu einem Bekannten, ließ sich von dem zu jener Polizeikontrolle fahren und stieg dort aus: „Sie ...?“ Egal was der Beamte hatte sagen wollen, Boris ging direkt in medias res: „Guten Tag Herr Wachtmeister, hier bin ich wieder, wie ich sehe steht mein Auto noch unversehrt da, bitte sehr - hier ist mein Führerschein, verzeihen sie mir - daß ich ihn vergessen hatte!“ - Oh ...(!), gut - gut, na seh'n sie, es geht doch alles, wenn man nur will. Das nächste Mal wäre es allerdings besser sie hätten den Schein dabei: Denn wenn ich sie noch einmal so erleben muß, dann sind sie mit einer Buße dran - klar?!“ - „Ja Herr Wachtmeister, vielen Dank auch!“ Boris schwitzte ob dieser coolen Aktion ein wenig, aber er hatte es geschafft. Die Beamten hatten keine Lunte gerochen, sie sahen in ihm den Mann, den sie vor einer Stunde angehalten hatten.

So Cool Boris aber auch immer war, und clever oder smart, sein Gemüt schien verpfuscht (...?), er war zu lieb, war den 'sympathischen' und guten Bekannten oder 'Freunden', zu sehr zugeneigt. Boris brachte das Auto dann nämlich auch tatsächlich diesem verkommenen Luschen zurück.

Geld jedoch hatte er niemals gesehen.

Nicht einen einzigen Pfennig hatte dieser Lusch je bezahlt.

Allerdings hatte er noch ein krummes Ding gedreht, das waren nun zudem zusätzliche Schmerzen für Boris: Nur drei Monate nach diesem Vorfall mit der Polizei, wurde der Wagen plötzlich, als gestohlen gemeldet.

Die Versicherung bezahlte an Jo, und zwar bezahlte sie 4000 Deutsche Mark an ihn.



06.02.2000-13:00:13-Auto weg ...?

Bernhard Malinkewitz

07.02.2000-11:05:09

Bernhard Malinkewitz

1Alsdorf-K. ist Alsdorf-Kellersberg, jedoch sind die Orte wie natürlich auch die Personen nicht wirklich sogestalt wie hier geschildert.