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Inhaltsverzeichnis
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Im Büro
Angelika Scheidenspiel
Vorschau auf die nächsten Teile
"Die Arbeit ...?! -die liebe Arbeit, mein Gott, mein Gott; sagte Frau Lispi, sie ist so vielfältig und technisch auch so enorm umfangreich, nicht?(;) und nun sah sie die junge Frau die ihr gegenüber an einem Schreibtisch saß merkwürdig lauernd an, sie schwebt im Moment sogar; sagte sie unruhig, wie drohend, schwebt richtiggehend bedrohlich, über mir, nein - über uns allen. Sie könnte uns erdrücken. Wir sind in Gefahr. Der verteufelte Umstand, der unsere liebe Kollegin - Angelika Scheidenspiel, gestern von uns weggenommen hat, der scheint noch tiefgreifenderen Tribut zu verlangen? -Warum nur mußte Angelika geh'n? -Sie war hier bei uns die versierte, ja - personifizierte Kraft schlechthin. Und - so abrupt hinzuwerfen, das war, ja ist - einfach unfair. Gehetzt sah Lisbeth aus, gehetzt, unstet und stechend war ihr Blick: -Wir hatten doch schon häufiger Differenzen zu bewältigen; sagte sie wie müde, ihre Gedanken aber waren hellwach, sie dachte an Italien, an die Firma, die ihnen hier bei Goldstar - Arbeit, Geld und Ruhm zu bringen in der Lage war, und sie dachte an scheußliche Betrugsabsichten in einem Falle der von Legmathroug - der italienischen Weltfirma für Kinofilmproduktionen an sie - hier, bei Goldstar, herangetragen worden war: -hatten häufiger auch Kollegenneid - zu ertragen, hatten oft schon Konsequenzen aus alldem zu schlichten, und sind es doch gewohnt, zu streiten, aber nun? -nein nein, liebe Heidrun; sagte sie zu der jungen Frau die ihr am Schreibtisch gegenübersaß, du kannst sagen was du willst, Angelika war unfair, gemein und wenig aufrichtig, zu uns gewesen. Die junge Frau, die Lisbeth gerade mit Heidrun angesprochen hatte schaute nun erst wirklich interessiert in Frau Lispis Gesicht, fragend:
-Sie hat tatsächlich; sagte
Lisbeth scharf, ein immens großes Loch hinterlassen.
Bei
Legmathroug wird man uns zerreißen.
-Die Andersdenker dort, haben nun die entsprechende Basis dazu, sie könnten uns vernichten.
-Die Leute dort werden mit - der, durch Frau Scheidenspiels endgültigem Weggang, nun doch wohl stockenden, wenn nicht gar verlorenen Arbeit, mit einer Lieferunfähigkeit respektive der hieraus resultierenden wie gegebenen Vertragsbrüchigkeit, jetzt ja ganz sicher doch die absolut stabile Handhabe gegen uns setzen können. Da sollte es doch möglich sein, daß unsere Chefin schnellstens, um das erst einmal bloß nur »brennende Werbematerial, doch noch aus dem Feuer zu reißen«, es ist ja sehr stark, Ersatz für Angelika bewilligt. Angelika jedenfalls hat mir bei ihrem Weggang gezeigt wo das Verzeichnis Legmathrougs liegt und wie. Ich kenne den geheimen Namen des Verzeichnisses beinahe auswendig, weiß auf welcher Festplatte und auf welchem Computer es sich befindet.
-Aber ich verstehe zu wenig von der überaus komplizierten Materie der Verschlüsselung und der Namengebung. Ich hatte mich darum lediglich davon überzeugt, daß hier mit den Legmathroug'schen Festplatten alles in Ordnung ist, daß hier auch nach Angelikas Weggang also, im Prinzip - zumindest, alles geordnet weiterlaufen könnte. Darum, liebe Heidrun, schaue bitte nicht so entgeistert, und wegen des nun so sehr stark drängenden Abgabetermins, so meine ich, sollte Frau Drittschlug, für diese Abteilung eine neue, hochversierte Kraft bewilligen!« - »Ja ja; lenkte Heidrun; ihre liebe Kollegin, die eigentlich etwas ganz anderes sagen hatte wollen, nun noch ganz schnell ein, sie lenkte darum ganz schnell ein, weil sie bemerkt zu haben glaubte, daß Frau Lispi ihren, Heidruns, gegensätzlichen Unmut bemerkt hatte, jenen Unmut, der Frau Lispis Kompetenz anzweifeln wollte, Frau Lispi wollte offenbar wegen dieser "Kennung", sofort in geharnischtes Panier gehen.
Blitzschnelle Reaktion, nach - Schauen und Konstatieren, so lächelte 'Heidrun Christham' jetzt, gut orientiert, in sich hinein, haben der Kollegin das eventuell spritzfähige "Wasser" jedoch schon im Vorfeld abgegraben; aber - sehr gern bin ich deiner Meinung; sagte sie drum noch einmal ganz lieb, ob aber Frau Drittschlug, unsere Managerin; setzte sie um eine winzige Nuance gröber im Ton doch noch hinzu, ob auch sie, meine ich, ob - sie auch ...? ...; sie war da im Augenblick doch tatsächlich, ob ihres Mutes zumal, in Verlegenheit geraten, war stolz und suchte im Faden zu bleiben: -ob sie also, mit dem was du tust auch einverstanden ist? -Das solltest du vielleicht erst einmal bei ihr erkunden, bevor du die Annonce formulierst. Sie ist schließlich viel näher am Draht, sie - führt "Goldstar" in den Verhandlungen mit "Legmathroug" durch die von dir angesprochenen Wirren, sie, liebe Lisbeth, nicht du!« - »Ach was, was weißt denn du schon davon, du bist sicher nur besorgt um mich?« - »Ja; sagte Heidrun, das auch!«"
Lisbeth Lispi sah ihre Kollegin Heidrun Christham, die eine englische Erziehung durch ihren eigenen Vater genossen hatte - lieb genug an. Sie wußte genau: Hier in diesem Büro, in dieser Abteilung sogar, hier lag so sehr viel lebenserhaltende Arbeit an, Arbeit die zum Wohle und im Interesse aller Mitarbeiter von "Goldstar", wirklich dringend erledigt werden mußte, daß ihre Beschäftigung mit der Annonce, die Ausschreibung einer neuen wichtigen Stelle - also, für jene verzweifelt vielleicht gesuchte neue Fachkraft, keineswegs gewagtes Kalkül sein konnte. Und außerdem war da noch etwas, etwas - das sogar sehr wichtig war, aber davon durfte Heidrun nicht wissen, da war nämlich ein Komplott. Allerdings war dieses Komplott ein Komplott, das sie, Lisbeth Lispi, mit der ach doch so sehr unangenehm abtrünnigen Angelika geschmiedet hatte, das galt es jetzt durchzusetzen. Die Stelle mußte neuausgeschrieben werden, hierher mußte eine neue, eine alibigebende Fachkraft angestellt werden.
-Sie hatte darum heute ganz besonders die Personalarbeit, wenn vielleicht auch wie nebenbei ausschauend, so jedoch nichts-desto-trotz dennoch, akribisch präzise zu organisieren. Zumal es ja doch die wichtigste Personalarbeit war, die ihre eigene Abteilung, der sie ja schließlich auch vorstand direkt anbelangte.
-Hier war es außerdem sowieso keineswegs unüblich, dem ewigen Personalbüro respektive dem zwei Stockwerke höher sitzenden Personalchef, "hilfreich in die Akte zu spucken".
-Da lagen also nun teure Werbespots an jenem, jetzt - verwaisten Computer herum, "...spots", die massig viel Geld wert waren, die einfach real, wenn sie chronolog aneinandergefügt waren, sehr sehr viel Geld einzubringen hatten.
-Wie müde, so lächelte sie noch einmal, denn es gab hier seit gestern niemanden mehr, niemanden - der nach dem Weggang der vormals verantwortlichen Kraft, diese hochwertige Kampagne - zufriedenstellend für alle Beteiligten, zu einem akzeptablen Ende führen hätte können.
-Da der zu erwartende finanzielle wie auch der ideelle und geschäftsprofiltechnische Verlust, den die Firma Angesichts der zu erwartenden Terminschwierigkeiten für die Fertigstellung und Ablieferung der Werbearbeit, die sie hier - bei "Goldstar", der Firma ihrer geschätzten Frau Dagmar Drittschlug, erstellt hatten, höchstwahrscheinlich ungeahnte Ausmaße annehmen könnte, hatte sie sowieso keinerlei Bedenken in der mit Heidrun diskutierten Natur zu agieren.
-Sie wußte von der solidevornehmen, eigentlich sehr seltenen, hausbackenen Ängstlichkeit der jungen Frau, wußte von ihrer schier religiösen Hochachtung vor Chefs, und sie wußte ganz genau auch von der, tief in der Psyche versteckten, unseligen Heimtücke - des Fräuleins Heidrun. Doch doch, sie wußte schon recht viel von diesem Fräulein, das von hinten, anglikanisiert zumal, 'Christham' genannt werden mußte.
-Aber - wie dem auch sei, dachte sie sich, hart, schnell, präzise und klug, in den Kern ihrer Gedanken zurück: -die Texte und die Bänder, die Filme, der ewige Ton und die Skript-Arbeit, nein, die gesamte Arbeit der technischen Angestellten, das alles mußte gerettet werden.
-Da durfte es nicht möglich werden; dachte sie sehr seltsam und tiefgründig lächelnd, daß eine kleine, vielleicht "verbrecherische Erpresserin"; sie meinte natürlich die - ach so sehr plötzlich - entschwundene Angelika Scheidenspiel, die so sehr doch qualifizierte Kollegin, die sie alle, so merkwürdig karg; grinste sie, so unvermutet hilflos; "sardonisierte sie", impertinent dreist also eigentlich; geradezu maliziös war ihr Lächeln jetzt geworden, -im Stich gelassen hatte. Daß eine eventuell rachsüchtige "Untreue" demnach; noch immer meinte sie Angelika, die gesamte Firma Dagmars; das war Frau Drittschlug, ihre Chefin, in elende, tiefgehende problematische Kultur hineinziehen könnte?
-Da gab es nämlich die Verbindung Angelikas, und zwar zu diversen Dunkelmännern bei Legmathroug, eine Verbindung, die Angelika ihr heimlich gestanden hatte.
Angelika die als erste Kraft, kreative Werbearbeit bei Goldstar leistete, mußte natürlich wegen dieses Umstandes des öfteren nach Italien verreisen. Sie flog häufig in die Toscana - flog oft zu Legmathroug. Dort konnte man ihr sehr oft auch weiterhelfen, sie instruieren, unterrichten und neu einweisen. Die Verbindung mit den undurchsichtigeren Männern jedoch, die war problematisch. Die wollten nämlich gegen Goldstar in Opposition sein.
Sie diente allerdings - wenn Angelika recht hatte, ob der Klugheit Angelikas und ob ihres weiteren Umfeldes lediglich dem Schutze Goldstars.
-Ja - es gäbe bei Legmathroug politische Wirrköpfe die gegen Goldstar und DD - zu Felde zögen, um bei Bernado Malina für ihre eigenen Ideen zu werben.
-Sie, Angelika - solle Goldstar vernichten, und zwar indem sie den Werbefilm zerstöre.
-Und sie wäre zum Schein auch darauf eingegangen, hätte aber auch in Bruno Maerz und Winia Ehdes - den beiden wichtigsten Vorstandsmitgliedern von Legmathroug vollste Unterstützung erhalten. Die beiden Männer wären Malinas Recken, sie würden jeden Angriff auf ihn, der sich im Umfeld des von Goldstar zu fertigenden Werbefilms kristallisieren sollte, abzufangen wissen. Und ein Angriff auf Bernado Malina; das wußte Frau Lispi genau, war gleichbedeutend mit einem Angriff auf Dagmar Drittschlug. Den Gegnern Malinas sei also der Wind aus den Segeln zu nehmen, dazu wäre Angelika wie sie sagte bereit und angetreten.
Dagmar bräuchte davon sogestalt nichts zu wissen, sie würde sich zu sehr sorgen, käme aus dem Streß nicht mehr heraus. Ja ja - so hatte Angelika gebeichtet, aber ihr, Lisbeth, ihr war aufgefallen, daß Angelika zu nervös gewesen war, daß sie gelogen hatte.
Sogestalt überlegte sie also, und: -Merkwürdig; sann sie wie verloren, sollte sie richtig liegen, dann gälte es das was Angelika Scheidenspiel veranlaßt hatte doch abzuwehren?
-Aber; dachte sie jetzt noch eine Spur härter belustigt als nur Sekunden zuvor, Angelika sollte sich, ganz egal wie es auch mit ihr war, wenn es nach ihrem, Lisbeth Lispis, einfachen Trickdenken ginge, dennoch, in jedem Falle also, ein kleines bißchen - verrechnet haben.
-Sie würde schon noch sehen.
-Würde, wenn alles gelänge, was sie, Lisbeth Lispi, jetzt noch zu tun gedachte, sehr erstaunt sein, denn sie trachtete auch danach Dagmar Drittschlugs Beschützerin zu sein(!)'.
Laut sagen mochte Lisbeth allerdings nur, und zwar in das fragende Gesicht Heidruns hinein, folgendes: »Nein, mein holder Kollegengeist; atmosphärisch warm war jetzt plötzlich trotz Lisbeths scheinbarer Negativhaltung das Zimmer, nein nein, ich frage überhaupt nicht(!), ich kenne Dagmar gut genug, und ich kenne auch Herrn Schwachhaupt, unseren Personalchef. Das sind mindestens zwei gute Gründe, mich hier und jetzt und sozusagen, in die Annonce geradezu hinein zu zwingen.
-Das sind Gründe, die mir sagen, mache das, lege dich ins Zeug, hole heraus was heraus zu holen ist. Denn wir sind ja doch direkte Betroffene. Ja gucke ruhig ungläubig, mir ist's egal, ich kenne die Arbeit genau, ich weiß was verlangt ist, weiß was es heißt, abgebrochenes, unfertig erst koordiniertes Werbematerial - ohne Pfiff und ohne letzten, seligen Schliff, auf dem Schreibtisch liegen zu haben wie Pfannkuchen oder Reibekuchen aus der Friteuse einer Dirne!«
»Natürlich, natürlich meine Liebe; gluckste Heidrun los, du bist ja auch gut genug dazu das - zu beurteilen, ich habe keineswegs gesagt oder angedeutet, daß du vielleicht doch überfordert sein könntest. Nein nein, niemals, nicht einmal angedacht, habe ich so etwas. Aber der Gedanke, daß dir etwas passieren könnte - oder, daß dir etwas Peinliches vorgeworfen werden könnte, etwas das vielleicht wie Anmaßung oder Einmischung oder Geschäftswidrigkeit, das, unlauter vielleicht sogar und zudem, angesehen sein könnte, auch um letztlich und schließlich irgendwann, endlich gegen dich persönlich, aktive Verwendung zu finden, der macht mir Sorgen, bringt mich in Nöte, zeigt mir Probleme auf, die du vielleicht nicht bedacht hast, die dir unter Umständen gar nicht bekannt sein können, einfach darum nicht bekannt sein können, weil du nicht weißt, daß hinter deinem Rücken, aktiv gegen dich intrigiert wird ... ja?«" Sagte sie nun, überrascht fragend, sie hatte gesehen daß Lisbeth sie unterbrechen mochte:
»Mir ist völlig klar, daß eine Frau wie ich, nicht nur liebe Freunde hat, aber dennoch ist mein Leistungsvermögen, auf das ich außerdem sehr stolz bin, so sehr hoch angesiedelt, daß ich sogar in der Kantine während des mittäglichen Lunches, den positiven Eindruck habe, daß die Menschen mich entweder Lieben oder aber mögen. Einige Wenige bloß, so glaube ich, erwecken bewußt, kühlen, hochnäsigen Konkurrenzgedanken, wohl um die eigene Leistungsmarke aufzuzeigen. Mir macht das nichts aus, ich bin hart, bin eine echte Frau, Streß liegt mir, ich setze mich durch, sei also beruhigt und versuche nicht den Teufel an die Wand zu malen - klar mein Schatz?!« - »Ja!«
Heidrun sah nun ganz schnell weg, sie schämte sich, war den Tränen nahe, denn: Sie mochte Lisbeth eigentlich sehr, war ihr schon irgendwie eng verbunden, war ihr - nahe. Jedoch hatte sie auch ihre Probleme mit dieser starken und dominanten Frau, mit dieser agil aktiven Beschützerin ihrer Seele, ihrer ewigen Gedanken und Wünsche, ihrer Hoffnungen(!).
Lisbeth Lispi war in der Zwischenzeit aufgestanden, kurz entschlossen hatte sie sich zu jenem nun also herrenlosen Computer hinbegeben, hatte dort Platz genommen, hatte ihn angestellt, ihn in Betrieb genommen.
Heidrun Christham konnte ganz deutlich sehen; scheu bloß blickte sie jedoch in Lisbeths Richtung, daß Lisbeth die Mikrofone in Bewegung versetzt hatte, und daß sie die von allen hier sogenannte "Käseglocke" abzusenken begann. Ein Gerät, das seit gestern nicht mehr ordentlich genug funktionierte. Da gab es nämlich Alarmtöne während es sich herabsenkte um sich über die unter ihm wartende Person zu stülpen. Alarmtöne die es während der Anwesenheit von Angelika Scheidenspiel nur ein einziges Mal gegeben hatte, das war allerdings anläßlich einer von Frau Scheidenspiel inszenierten Demonstration. Einer Demonstration, die jedoch auch die integrierte Sicherheit des Verbundsystems der malina'schen Technik aufzeigen mochte. Einer Technik - wegen der sogar amerikanische Wissenschaftler bei Goldstar eingetroffen waren, etwa um zu sehen, was die amerikanische, einstmals führende Filmindustrie, denn nun so sehr wohl ins Hintertreffen gebracht hatte. Denn es wurde gemunkelt, daß gerade die Fähigkeiten der italienischen Techniker um Bernado Malinas Firma Legmathroug, in den letzten zwanzig Jahren zumal, dazu geführt hatten, daß Hollywood bloß noch zweite Wahl auf diesem Planeten war, das - wurde jetzt gemunkelt, jetzt, im Jahre 2072.
-Eine technische Einrichtung also; dachte sie, noch etwas weiter sinnend, war diese "Käseglocke", die, wie die alten Telefonzellen des 20. Jahrhunderts, die es jedoch auch noch zu Anfang dieses Jahrhunderts gegeben hatte, ausgebaut waren. Telefonzellen die oftmals gelb und klein, eigentlich keinerlei Türen hatten, sondern lediglich etwas besaßen, das wie nach innengehende Wölbungen ausgesehen hatte und sogestalt auch konstruiert war, eine Wölbung die Vertikal Einlaß gewähren mochten.
-Das, um relativ abgeschirmt, mitten in einer City - zum Beispiel; dachte sie vorsichtig, aber irgendwie auch belustigt, den damaligen Menschen das Telefonieren zu ermöglichen(!).
Hier allerdings senkte sich jetzt tatsächlich eine Kunststoffglocke herab, die an der Unterseite etwa so geöffnet war, wie eine Flasche der man kreisrund den Boden abgeschnitten hatte, eine 'Glocke' deren Wangen oder Flanken in abgesenktem Zustand zudem, bis zu den Hüften von Frau Lisbeth Lispi hinabreichen mochten.
Der Grund hierfür; dachte Heidrun, er lag sicherlich wohl in der Tatsache eingebettet, daß es - ohne jeden Zweifel, unbedingt nötig war Geräusche abzuwehren. Geräusche die von außen herankommen mochten, und zwar war das nötig, um sterile Aufnahmen zu gewährleisten. Denn innerhalb der Glocke befand sich auf Gesichtshöhe des Anwenders die Welt des PCs akustisch und visuell. Und noch ein Grund war gegeben; stolz wußte Heidrun hiervon, die 'Glocke' existierte auch - um z. B. Lisbeths eigene Worte, akustisch stabil, definitiv, im Innern der Glocke zu halten.
Um der Stimme technischen Wohlklang zu ermöglichen und Flair und Timbre. Ja auch darum hatte diese Glocke ein "akustisches" Innenleben.
Nun aber konnte Heidrun etwas anderes noch sehen, bunt und visuell wurde ihr dort drüben klar, Lisbeth, ihre Abteilungsleiterin, sie spricht jetzt, über das dort integrierte Videotelefon mit Frau Drittschlug, spricht mit der Firmenbesitzerin(!). Dagmar Drittschlugs Gesicht war sichtbar geworden, Heidrun sah, daß sich die Lippen der schönen Frau bewegten; sie sah den Mund ihrer Managerin, sah auch daß der sich jetzt fest verschloß, hatte plötzlich recht tiefe seltene Ahnungen in der Seele, ja, sie mußte sich wehren(!). Nein Dagmar, nein; hätte sie, wäre es möglich gewesen, Frau Lisbeth sagen hören können, Angelika ist schlüssig weg; Lisbeth wirkte so, als sei sie übervorsichtig, sie hatte sich scheinbar nicht vollkommen in Kontrolle, es geht und ging nicht anders, und - es ist diese fristlose Kündigung letztlich, hoffentlich doch für uns alle besonders segensreich. Das Dagmar ihr Lauern nicht bemerken möchte, das war in diesen Momenten ihr sehnlichster Wunsch, aber ohne besonderes Dazutun - im Gegenteil wie bemerkt, sie spürte unbewußt nach Reaktionen.
-Doch doch; sagte sie in Dagmars offensichtlich erstauntes Blicken hinein, unsere Frau Angelika Scheidenspiel hat gestern Abend, hat am 15. 07. 2072 den ewigen Mantel genommen.
-Meine allerbesten Wünsche begleiten sie trotz allem. Gern' will ich zudem für sie hoffen, daß sie durchkommt, und daß es uns gelingt, mit ihr gemeinsam, dieses, im wahrsten Sinne des Wortes hochexplosive Projekt, zu analoger Geltung zu bringen.
-Ich alleine bin die hauptverantwortliche Person für den Plan, den Plan der uns in eine Sphäre bringen wird - die, wie der Phönix, der es einst aus der Asche - zu neuen Ufern - zu gelangen verstanden hatte, uns ähnlichgestaltig in ihre feste Tangente nehmen wird.
-Sorge dich bitte nicht Dagmar, ich will mich bemühen, dir bald alle Details zuzuspielen.
-Sei also versichert, mir geht es gut, und ich werde zu Angelika nach Stuttgart fahren sobald ich die Organisation der Stellenausschreibung für Angelikas Ersatz komplett beendet habe.
-Eine - eventuelle(?), Einstellung, einer spezifischen neuen Kraft, muß vorbehaltlos hier in und aus Sindelfingen erfolgen, muß außerdem direkt von mir persönlich abgeschlossen sein können.
-Glaube mir bitte, liebe Dagmar, alles andere wäre Farce, stünde meinen Urteilen und der entsprechenden nötigen Kompromißfähigkeit entgegen. Stünde Fähigem entgegen, welches wir tatsächlich dringend brauchen, wollen wir unsere 'ehernen' Ziele wirklich erreichen; stark betonte sie den Begriff ehern, so, als wolle sie die spezifische verbale Gattung des Wortes unterstreichen: -wollen wir die Freiheit; sagte sie frisch weiter, die Freiheit unserer, respektive 'deiner' - Firma, auf ewig manifestieren!«
Sie hatte einen kleinen Schrecken bekommen, verzerrt war darum auch ihr ansonsten hübsch mildes Lächeln, ihre rötlichen Wangen leuchteten nicht ganz so keck wie erwartet, aber sie fing sich schnell wieder, dieser verbale Lapsus, 'meine Firma - deine Firma'; dachte sie, noch immer kränklich, der war doch normal, war doch ansonsten auch und beständig sogar erlaubt, also warum nicht auch jetzt und hier; so versuchte sie zu lächeln, -hier, unter dieser Kunststoffglocke(!).
"Lisbeth mein treuer Geist, ich bin dir ewig dankbar; so hörte sie, etwas schwach jedoch, Dagmar sagen, du kannst dich auf mich verlassen, ich kenne deine Qualitäten genau, sorge dich also nicht. Herr Schwachhaupt wird "dich-bezüglich", Direktiven von mir bekommen - die ihn entlasten, er wird dankbar darum sein, wird dir sicher die Möglichkeit geben zu agieren wie immer du magst, und zwar ohne, daß - wie immer gearteter Kollegenneid dich mürbe machen kann.
-Höre mir also zu, meine Beste, du wirst demnach eine junge Frau einstellen, ein Mädchen das studiert hat und das zu dir paßt, das auch, weil es aus Sindelfingen kommt. Deine Qualifikation, gerade in Anbetracht deines Wissens um die Lage und den Bestand der Aktion die du anführst sowie deine psychologischen Erfahrungswerte hinsichtlich junger Frauen, diese deine Attribute also, sie werden schließlich, mit dir und deinen Fähigkeiten, real dafür Sorge tragen, sie geistig auch tief genug umzusetzen, um somit dann den Fortbestand unseres gemeinsamen Reichtums gesichert zu haben.
-Sei schon jetzt belobigt und beglückwünscht, du wirst dein Tun, deinen Einsatz, nicht zu bereuen haben.
Lisbeth Lispi sah etwas mißtrauisch aus, als sie in den Bildschirm des Computers blickte, um Dagmars Gesichtszüge aus nun aktueller Eruierung, ganz neu für sich zu deuten.
-Extra für dich; hörte sie Dagmar freundlich genug sagen, für den zu erwartenden Erfolg, habe ich eine kleine Feier arrangiert, sie findet statt, wenn alles das, das was dir bezüglich 'Legmathroug' vorschwebt erledigt ist.
Lisbeth sah das Gesicht Dagmars, sah daß es ausgeglichen war und 'damenhaft-schön', sie war glücklich, sehr, wenngleich sie auch Zweifel hegte, sie wußte nämlich genau, daß 'Dagmar über Leichen gehen konnte'. Du, meine liebe Lisbeth; lächelte Frau Drittschlug charmant, du wirst von mir einen Scheck bekommen wie ihn noch keine andere Angestellte meines Hauses erhalten hat. Und außerdem wird niemand jemals davon erfahren wie hoch der Scheck ausgestellt ist, von mir jedenfalls nicht, das, auch dann nicht, wenn ich das erforderliche 'Procedere' relativ formell, zu handhaben gedenke.
Lisbeth hörte keinerlei Warnglöckchen schellen, sie war hauptsächlich von sich überzeugt.
-Du; sagte Frau Drittschlug charmant weiter, wirst natürlich als Hauptperson zumal, ganz sicher dabei anwesend sein. Ich selbstverständlich auch.
Nun lachte sie schelmisch wie es schien, überaus - schelmisch, und außerdem freundlich, dennoch wußte sie ganz sicher was sie zu tun hatte, und ihr war überaus ernst bei ihren heimlichen Gedanken:
-Auch deine liebe, momentane - Kollegin; sie schluckte wie als sei sie etwas nervös, Lisbeth jedenfalls sah den Adamsapfel "rauf und runter" wandern, seltsam heiser im Ton sah Dagmar Lisbeth nun in die Augen, zwinkerte etwas dabei, schluckte noch einmal und wiederholte sich kurz: -deine Kollegin Heidrun Christham; so, und - forsch, so ergänzte sie nun schnell, auch wie frivol, ihren Sinn, um allerdings erneut wie mütterlich schauend dennoch energisch fortzufahren, -und - wie ich hoffe; sagte sie, die hübsche, wenn auch vielleicht wirklich abtrünnige Frau Angelika Scheidenspiel, ja - sie wird ebenfalls in Irland mit dabeisein. Dagmar Drittschlugs Ton war fest, stark und dezidiert wirkend, ihre Miene ausdrucksvoll. -Wir werden demnach mindestens zu viert, einige schöne Tage in meinem Haus in Irland erleben; so sprach sie nach nur kurzer Neuorientierung weiter, -es soll gut werden dort, gut für uns alle. Ich habe es mir derart vorgestellt. So gut soll es in Irland für uns werden; sagte sie noch einmal, während sie sich an ihrem Computer zu bewegen schien, daß den rothaarigen Iren dort - in unserer Nähe, der ihnen eigene, ewige irische Sagenbogen gespannt sein wird. Und daß die Saiten ihrer traurig klingenden Instrumente, diesem Bogen an Spannkraft in nichts nachstehen. Sogar ihre Pferde werden sich freuen, ich bin davon überzeugt!«"
Lachend - wohl, ob ihrer Lustigkeit, drückte sie jetzt eine Taste im 'Schreibtisch'1.
Ein Bild ihres irischen Hauses, ihres herrlichen Cottages in der Grafschaft Kerry erschien auf dem Schirm.
Das Haus war groß und reich ausgestattet, und es war nicht einmal unbedingt entgegen dortiger Gepflogenheit, beinahe völlig weiß getüncht, so jedenfalls sah man die Außenwände.
Sein schwarzes Dach war allerdings zum hellen Mauerwerk im Gegensatz, und die Farbe des Holzes des Dachstuhls war so sehr sanft und gehalten abgestimmt, und zwar als sanftes bräunliches Rot, daß es eine Freude war diese Pracht zu schauen, dieses seltene Rot schimmerte also als zweiter Kontrast und dritte Farbe dem Betrachter angenehm entgegen. Und dieses herrliche Haus lag zudem noch hoch auf einer Klippe, es zeigte sich in seiner urgewaltigen Schönheit sogestalt dann schließlich stärker als das Schöne schlechthin.
Das oftmals auch wilde Meer in seinem Hintergrund schien allerdings immer, zu jeder Zeit, stark und herrisch zu sein - seltsam (...?). (...)
Jetzt konnte Lisbeth sprechen, Dagmars schönes Gesicht wurde wie fragend: Du überraschst mich und beschämst mich liebe Dagmar; sagte Lisbeth, das habe ich nicht erwartet, zumindest noch nicht, ich bin wie erschlagen, das um so mehr, als ich genau weiß, daß du selten voreilig bist, nein, du bist, wie ich dich kenne, grundsolide und von einem warmen, rationalen Kalkül beseelt, laß uns schnell auf Holz klopfen; sagte sie süffisant griemelnd, und bewegte dabei ihre feinen, schlanken Finger, an ihr Haupt, klopfte zartschwach auf ihr Haar und freute sich ostentativ. Ich hingegen, ich bin zu oft recht kühl, bin gar nicht sehr versponnen; seltsam war sie, seltsam in Ton und Blick: -jedoch bin ich ein wenig eine abergläubische Natur, das kann ich, wie du nun wiederum von mir wohl weißt, kaum deutlich bestreiten - nicht wahr!«
Lächelnd wendete sie der begüterten Dame des Hauses ihr Profil zu, sie wußte genau daß sie äußerst sympathisch wirken konnte.
'Dagmar hatte es aber auch verdient!'
Das dachte sie lieb und sonnig, und sie war indes von einem absolut hochvornehmen Wesen in sich: Lisbeth, Darling; sagte Dagmar Drittschlug hoffnungsfroh, du sorgst dich wahrhaftig? -bist wirklich ängstlich? -hast tatsächlich Probleme? -und das alles nur darum, weil ich dir gerade eben vorab erzählt habe, was ich in doch gelungenem Falle der Werbung, des Werbeauftrags von Legmathroug aus Italien, dann also - wenn er uns, im geplanten Coup, so gelingt wie wir ihn gestaltet haben, zu tun beabsichtige:
-Daß ich deine unsäglichen Mühen für mich nämlich, überdurchschnittlich hoch, zu entlohnen gedenke?
-Sage mir mein liebes Kind, bist du noch gescheit? -Ich, ich halte immer ein einmal gegebenes Wort!« - »Ja natürlich tust du das; sagte Lis', sicher bin ich deswegen schon, jedoch ist dieser von uns geplante Coup gefährlich und total stressend, er ist abenteuerlich und hochsensibel in seiner unnachahmlichen, ihm - von uns oktroyierten Art.
Die Italiener haben in der Filmindustrie von, um und mit Legmathroug, exorbitant harte und makabere Burschen, die gehen mit uns Frauen um, als seien wir Lesben, die sie außerdem schlecht behandeln können, die sie betrügen dürfen und ausnehmen.
-Die neue Mafia ist da sicher mit im Spiel und die italienische Polizei auch.
-Damit wären nun sogar drei 'Institutionen'; hart war ihr scheues Lächeln, -wenn wir Glück haben zumal, vielleicht bloß mit dem Attribut lediglich, zu versehende potentielle - Gegner oder Widersacher für uns.
-Härter kann es gar nicht sein. Härter kann es niemals für uns kommen!«"
Sie wußte ganz genau daß die Italiener keinerlei Chancen versiebten, daß die Leute aus jener Provinz in der der neue Film gemacht wurde, der Film der in der Atmosphäre des Planeten Erde, den hochwertigsten Rang eingenommen hatte, noch vor den Amerikanern aus Hollywood, ewige "Smartness und Cleverness" besaßen.
-Ja, sie wußte genau, diese turbolenten Jahre des 21. Jhdts, die Jahre seit 2040, Italien nach vorne gebracht haben, daß diese Jahre, das ganz große Geld - nach Europa geführt haben.
Den Glanz auch, den Glimmer und das filmische Gloria.
-Sie hatten den Auftrag bekommen für einen neuen Film des Italieners Bernado Malina, zu werben und zu agieren, ihnen war das höchste Lob aus dem ewigen Ambiente der Toscana zuteil geworden, sie durften den absoluten Weltstar vorbereiten, mußten sein Werk anpreisen, hatten vorzüglichstes bis herrlichstes Vergnügen und allergrößte Tricktechnik bemüht, ja, sie waren - vielleicht seltsamerweise? -die ganz großen Meister.
Sie? -das waren - Frau Dagmar Drittschlug, Herr Schwachhaupt, Frau Angelika Scheidenspiel und Fräulein Heidrun Christham sowie last but not least, Frau Lisbeth Lispi.
Und seltsam war vielleicht auch noch, das die 24-jährige Heidrun Christham Britin war, deren Mutter Josefine Mayer, als deutsche Studentin nach Großbritannien gegangen ist, nachdem sie als Tochter des Boris Mayer, in diesem großen Land fertig studieren mochte. Josefine Mayer war also die Tochter des Phantomejägers Mayer, der vor vielen Jahren weltbekannt gewesen ist. Der allerdings im Jahre 2018 verstorben war.
Angelika Scheidenspiel saß in einem Gartenrestaurant, ihre Blicke; so glaubte sie, wirkten gehetzt; äußerlich jedoch, zumal für den etwas weiter entfernt stehenden unfreiwilligen, vielleicht obligatorischen Beobachter, sah sie elegant und gepflegt aus, auch ihre gehetzten Blicke waren dort, als solche, nicht zu erkennen, es sah jedoch danach aus, als würde sie wen oder was suchen, als erwartete sie wen oder was? Sie saß also da und schaute, und die Zeit verstrich zäh. Ihre Gedanken gingen nach Goldstar, sie war seit gestern nicht mehr in Arbeit. Ihre hochwertige Tätigkeit ruhte seither. Da gab es keinen Zweifel, sie ruhte jedoch nicht nur aus dem Grunde der Angelika Scheidenspiel hieß. Angelika sah vor ihrem geistigen Auge Szenen und Begegnungen um die Entstehung eines Werbefilms für einen Kinospielfilm wie sie eigentlich ihresgleichen suchten. Da war sie doch sehr oft in Italien gewesen, da hatte sie doch sehr oft an Seminaren und Weiterbildungskursen teilgenommen die von der Firma Legmathroug ausgerichtet worden sind, da hatte sie schließlich sogar den Produzenten Bernado Malina persönlich kennengelernt, den Mann der den Kinofilm zu produzieren gedachte, ja - da hatte sie aber auch zwei überaus hochrangige Vorstandsmitglieder von Legmathroug, Bruno Maerz nämlich und Winia Ehdes kennengelernt.
Angelika wußte was sie da nun bedeutete, sie war sich im klaren darüber, daß sie in einem unheimlichen und äußerst gefährlichen Spiel verwickelt war. Dann - plötzlich; ihr Kopf ruckte hoch, ihre Augen spähten jetzt streng, fünfzig Meter vielleicht, von ihrem Sitzplatz aus, nach rechts, sah sie nun endlich doch was sie gesucht hatte: Sie sah, langsam - lässig, einen schätzungsweise 35 jährigen, schlanken Mann, auf ihren runden Tisch zugeschlendert kommen.
185 cm groß, schwarzes Haar, rötliches Gesicht - rosa beinahe, so sah sie ihn in einem äußerst eleganten Anzug, einem modernen Zweireiher mit Leder Auf- und Einsätzen, auf sich zukommen: »Gestatten sie; sagte er leise, als er sie erreicht hatte, mein Name ist Umberto Mullia, ich bin der Vertreter aller italienischen Verleiher für Europa, besonders für Deutschland, meine Firma ist jedoch Legmathroug, ich bin an ihrem Umsatz beteiligt, leite mein großes Geschäft allerdings in München. Sie sind aus Stuttgart wie ich weiß und sie heißen Frau Scheidenspiel, darf ich mich zu ihnen setzen?« - »Bitte nehmen Sie platz, machen sie es sich bequem ich rufe derweil nach der Bedienung!«
Schweigend sahen sie sich an, die Bedienung war gekommen, Herr Mullia hatte Tee gewählt, Tee mit braunem Kandis und Zitrone:
»Sagen sie mir bitte ob sie die leeren Disketten und die nun hoffentlich nicht mehr abspielbaren Moviethemen dabei haben, sagen sie es mir schnell - bitte?!« - »Ja, ich habe alles im Kofferraum meines neuen Lancias verborgen, wir werden die Sachen nachher holen, sie sind genau einen Tag alt!«
»Gut, sehr gut liebe Angelika. Meine Auftraggeber erwarten von uns beiden - daß alles, aber auch wirklich alles klappt!« - »Davon sind wir überzeugt, ich habe gestern fristlos bei Goldstar gekündigt, bin unerkannt mit einer Kopie des momentanen Zustands der Festplatte entkommen und habe zuvor, nach gerade eben besagtem Kopieren der neuen, vorher von mir automatisiert erstellten Verzeichnisse, jetzt aktuell, dort bei Goldstar, einen Weg aufgemacht, einen teuflischen Virus in das System einsetzbar zu machen. Mir ist klar, daß solch ein Virus die Arbeit von mehr als einem Jahr vernichten kann, wird er entsprechend angemacht.
-Noch aber ist das Programm das ihn bringt, ihn also in die Dateien treibt, um die von uns gewollte Gefahrenzone herzustellen in der er zum totalen Vernichter, der kompletten, Softwareprogramme integrierten malina'schen Festplatte wird, nicht integriert.
-Dennoch, ich habe das Virus-Päckchen schon gepackt, habe es mit dem Datum von vor drei Tagen versehen, da war ja mit mir bei Goldstar noch alles in bester Ordnung. Es wird übermorgen bei meiner ehemaligen Firma eintreffen!«"
»Das ist gut, prima, vielen Dank. Aber was ist mit den von uns, bei ihnen - georderten, fertigen 'Werbe-Materialien', den Teilen des Werbefilms die schon fertig sind, die also auch schon außerhalb ihrer Computer kopiert wurden? -unsere diesbezüglichen, eigentlich nur erst geheimen Kosten, sind jedoch so sehr hoch veranschlagt und stehen nun sogar direkt zum Bezahlen an, daß es ganz sicher sehr viel Wirbel bei uns geben wird, wenn sich bald herausstellt, daß der Werbevorgang für den besten Film des Jahrhunderts doch noch aktivierbar ist, und zwar wegen der von Malina schon genehmigten Teilergebnisse dieses Werbeprogramms, das möglicherweise nur in einer Art von analoger Chronologie, die durch Bernado Malina bestimmt wird, kontinuierlich fortlaufend aneinandergereiht zu werden braucht? -das also dann trotz unserer; er lächelte maliziös, na; sagte er zynisch genug, sagen wir einmal, seltsamen Bemühungen, dennoch bezahlt werden muß!«
»Es gibt nur eine einzige Kopie; sagte Angelika, die ist allerdings im Besitz von Bruno Maerz, ist also im Besitz von einem ihrer Vorstände. Ansonsten gibt es lediglich unsortiertes Material, Material das sich nicht aneinanderreihen läßt!« Umberto lachte jetzt über sein ganzes italienisches Gesicht, war sehr vergnügt: "In allerletzter Sekunde; sagte er darum auch übertrieben jovial, so war es - wie sie wissen, von Italien und Malinas Legmathroug unter Federführung von Maerz-Ehdes, her geplant, sollte - bekannt gemacht werden, daß der beste Werbe-Vorgang den es jemals gegeben hat, doch noch gültig in Deutschland erstellt worden ist, daß er darum in bloß wenigen Augenblicken oder Momenten weltweit gestartet werden kann. Das versprach sehr viel, man wäre, wäre es sogestalt ermöglicht worden, doch sehr arg neugierig auf die Werbung für den eigentlichen Spielfilm gewesen. Mehr Neugierig vielleicht sogar, als auf den eigentlichen Film für den die Werbung gemacht wurde.
-Das wäre der Clou gewesen.
-So sollte es sein, so mochten die Herren des Seminars 'LG-Film2' gehandelt haben.
-Das war das was wir in Italien erdacht hatten.
-Wir wollten also wie sie genau wissen, daß es so ausschauen sollte, als wäre dieser, »ominöse«, Werbefilm geklaut worden oder im letzten Moment durch einen Unfall zerstört und darum auf ewig verloren. Und dann? -dann wäre er doch noch, und zwar in letzter Sekunde wiedergefunden worden.
Spektakulär wäre das gewesen, und unauffällig.
-Unauffällig natürlich was den Trick anbelangte.
-Jetzt aber ...?
-jetzt ist der Vorgang wirklich unbrauchbar; staunte er - in italienisch, jetzt wird es gar keine Rettung geben? -Nein, es wird tatsächlich nicht möglich sein, für unseren Film zu werben!«
»Ja das stimmt genau, ich habe alles so hergerichtet, daß nach der Virusattacke eine reale Verwendung des Materials unmöglich sein wird!« - »Nun gut, wir wollten es so oder so oder so und so, nun ist jedenfalls, und wie dem ansonsten auch sei, die Entscheidung auch ohne uns gefallen.
-Sie ist trotz allem zu unserem Gunsten Gefallen.
-Fest steht demnach, daß es keine Werbung für den Superfilm geben wird.
-Wir werden darum also 174, 5 Milliarden Dollar von der Versicherung bekommen, und, was das wichtigste ist, wir werden sie teilen.
-Sie und ihre "Kumpane", ihre "Kollegen" vielleicht sogar, sie bekommen ihren Teil und ich bekomme meinen.
-Das dürfte dann jetzt schon klar sein - oder?«"
»Ja, darum hauptsächlich bin ich hier, und es kann keinerlei Verdacht auf uns fallen, denn - daß ich, als ich gegangen war, meinen Computer mit all seinen Programmen in einem Funktionsfähigen, also dem Sicherheitsstandard analogen Zustand übergeben habe, das können Frau Lisbeth Lispi und wahrscheinlich auch Frau Dagmar Drittschlug bezeugen - ja sie müssen es sogar.
-Frau Lispi kenne ich sehr gut, sie wird ganz bestimmt umgehend Frau Drittschlug informiert haben, also werden zwei hochrangige Persönlichkeiten Zeugen für meine überzeugende Lauterkeit sein können. Dann - gibt Frau Lispi, sie ist übrigens meine Freundin, morgen in die Zeitung, daß sie eine Fachkraft sucht. Die Kraft ist eine Zufallsbekanntschaft. Ich habe sie warm gemacht für den Job, sie weiß daß sie sich bewerben kann und weiß, daß sie sicherlich genommen werden wird. Jedoch ist sie ein dummes Luder, sie wird in den ersten Stunden ihrer Arbeit, das wird übermorgen, am achtzehnten d. M. sein, die Festplatte des Computers zerstören. Das ist so gut wie sicher, danach sind wir reich!« - »Danke!« Sagte der dunkle Italiener schlicht, dann standen sie auf und gingen zum Lancia Angelikas und beiden verging die Zeit wie im Fluge.
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Ende des ersten Teils |
Bei Goldstar wird gerungen, die Augen sind wach, Angelika wußte nicht, daß sie von Dagmar Drittschlug hypnotisiert war. Lisbeth Lispi gelingt ein Desaster. Heidrun Christham wird erfolgreiche Phantomjägerin sein ...
Und es wird erkennbar, daß im Haus in Irland etwas los sein wird, etwas, das sich vielleicht sogestalt liest: »Das weiße Haus der Dagmar Drittschlug hat ein überaus vornehmes aussehen, seine Einrichtung war immer von erlesenstem Geschmack.
Die Klippen - das wilde Meer, die Brandung, der Wind, die Stimmung, das Licht, die grüne Insel, Heidrun und ihr Englisch ..., das alles war so sehr schön, daß die Gemeinsamkeit, die gemeinsame Geselligkeit, ja - die Erholung, ganze zwei Wochen andauerte, sie waren unter sich ..., da passte schier alles, es mundete nicht nur der frische Fisch, die Pferde waren wild und dennoch treu, die Hauptpersonen waren die Gäste, die Iren waren freundlich rothaarige Fischer und Pferdehändler, sie taten einiges zu Dagmars Gesellschaft hinzu ...
ja doch, ja ja - es war ein seltsam schönes Fest.
Bernado Malina kreuzt auf, er kennt Heidrun nicht, wundert sich aber, daß Dagmar viel davon hält, sie - ihm, vorzustellen ...?
Bruno Maerz und Winia Ehdes geben sich eine seltsame Ehre ...
Amerikanische Spezialisten auch:
Da gibt es Wissenschaftler die FBI-Agenten sind, Agenten jedoch des US-Wirtschaftsministerium, Special-Agents also, Männer und Frauen, die daran interessiert sind, die einstmals mächtigste Metropole der Welt - Hollywood nämlich, erneut in den genannten Stand zu erheben. Dazu ist es jedoch erforderlich, Bernado Malinas abgeschirmte Tätigkeiten zu durchbrechen. Maerz und Ehdes auszuhebeln, das jedoch ist ein übles zweischneidiges Schwert, denn hier hat ein Genie die Hände im Spiel ...
1Da war ein Möbelstück aus wertvollem exotischen Holz extra konstruiert und gebaut worden, ein Gestell, das kaum noch Ähnlichkeit mit einem Schreibtisch hatte, aber ...?
2LG-Film heißt - Legmathroug/Goldstar-Film ...