Der Neandertaler


Auszug aus einem fabelhaften Märchen

das als Parabel gelten kann

von Bernhard Malinkewitz



Inhaltsverzeichnis

Der Frosch der dem Storch trotzte

Der Maulwurf der am Regenwurm nagte

Menschen (?...)

Die Biene die den Blütenkelch fand

Der Storch der Langbeinigkeit liebte

Diskussionsforum: „Der Neandertaler



Der Frosch der dem Storch trotzte









Es war einmal ein grüner Frosch, der lebte in einem recht sauberen Teich, dieser Teich war ansonsten aber in unwegsamem Gelände gelegen, wenn man ihn aufsuchen wollte, dann hatte man also einige Mühe - zu ihm zu gelangen.

Der grüne Frosch lebte allerdings phantastisch gut in diesem Biotop, er hatte da alles was sein Herz begehrte, war voller Lebensfreude und voller Tatendrang. Wenn auch seine ihm angeborene Froschnatur - eine gewisse Vorsicht niemals verleugnen konnte, so war dennoch klar, daß er – klug und gebildet wie er war, würde er vielleicht einmal einem Storch begegnen, keine leicht verdauliche Mahlzeit abgeben wolle.

Löwenzahn:

Butterblume, Pusteblume, Kuhblume, gelb blühende Gatt. der Korbblütler; auf Weiden, Grasplätzen, an Gräben; junge Blätter werden als Salat gegessen.



aus: Bertelsmann Universallexikon 1995


Maulwürfe:

Talpidae, Fam. der Insektenfresser; typ. Vertreter mit walzenförmigem Körper, kurzem, dichtem Pelz, rudimentären Augen u. schaufelförmigen Grabbeinen, bis zu 15 cm Körperlänge. Am bekanntesten ist der auch in Asien lebende Europ. Maulwurf (Mull); er lebt in unterird. Gangsystemen als Einzelgänger u. ernährt sich hpts. von Regenwürmern u. Insektenlarven.



aus: Bertelsmann Universallexikon 1995








Eines schönen Tages pfiff er, da er gute Laune hatte, weil er sich nahe am Teich – im Gras liegend sonnte, eine Melodie - die so wunderbar klang, daß ein Maulwurf auf ihn aufmerksam wurde. Der Maulwurf war ein schon etwas betagter, älterer Herr, der mit dem Sehen einige Schwierigkeiten hatte. Daß dem so war, das lag daran, daß der Maulwurf unter der Erde lebte. Lag daran, daß die Natur solchen Lebewesen darum keine richtig gut sehenden Augen zubilligen mochte. Dafür hatte sie jedoch dieser Art Leben andere Sinne zur Verfügung gestellt. Dieser Maulwurf, der da nun also auf den jungen Frosch aufmerksam geworden war weil der so sehr schön eine ebenso schöne Melodie zu pfeifen verstand, der sprach, dabei hatte er den Kopf aus seinem Maulwurfshügel herausgesteckt, und seine sowieso winzigen Äuglein beinahe fest verschlossen, sogestalt in den Raum um den Teich. Er sprach laut und deutlich, seine Sprache war deutsch: „Wer pfeift denn da so schön, ist es vielleicht möglich – zu erfahren, wer denn in dieser herrlichen Gegend, in diesem friedlichen Biotop, dieser warmen und farbigen Idylle, so exorbitant angenehm pfeift?“ So rührend lieb – hatte der junge Frosch diese Worte empfangen, daß ihm ganz angenehm um sein kleines Herzchen wurde, 'der alte Herr Maulwurf, der Herr Talrek also; dachte er, der wird wohl noch rot werden am Kopf, wenn er keine Antwort erhält, er wird sicherlich den Kopf solange aus dem Maulwurfshügel heraushalten bis die Sonne ihm einen Stich verpaßt, ob uns das aber angenehm wäre, das ist so glasklar gar nicht. Also werde ich ihm vorsichtig antworten, es wird schon keine weitere Gefahr auf mich lauern, meinen Liegeplatz brauche ich ihm ja nicht zu verraten(!)'. So hatte der junge Frosch gedacht, und dann hatte er den gespitzten Mund zurückgenommen, und zwar um nun mit normalem Mund – zu sprechen: „Hier bin ich, hier – im Gras, ich bin der Nachbar, der Junge den sie aus dem Teich gut kennen, ich bin der grüne Frosch – und ich pfeife vor Glück dieses Lied, der Tag ist so schön, die Sonne scheint so warm und meine Fliegenrationen sind so üppig ausgefallen, daß es eine wahre Pracht ist mit den entsprechenden Gefühlen hier im Gras zu liegen.
Es tut gut ...!“ - „Ah ja; murmelte der Maulwurf, du – bist der grüne Frosch, ich kenne dich und kenne auch deine warme, liebe - Stimme. Zwei Tage ist es nun her, daß ich dich zuletzt sah, ich freue mich darüber, daß es dir gut geht. Wo, wo genau – liegst du denn eigentlich?“ - „Das hohe Gras verdeckt mich, sie sehen mich nicht Herr Maulwurf ..., äh – Herr Talrek!“ - „Ah – ja; überlegte das dunkle Wesen, aber deine Stimme kommt aus dem Westen, jedenfalls wenn ich mich sogestalt orientiere, daß ich nach Westen lausche, dann höre ich dein Pfeifen ganz ausnehmend gut!“ - „Doch – ja; sagte der junge Frosch, von ihnen aus liege ich im Westen, sie stehen mir gegenüber, stehen in ihrem Hügel im Osten!“ - „Aber der Wind; bemerkte der Maulwurf, er ist heute kaum spürbar, er verjagt unsere Worte heute nicht, wir verstehen uns darum etwas besser nicht wahr!“ Ahnungsvoll mochte der etwa 17 cm große, dunkelgraue Herr, nun jedoch den Worten des grünen Frosches lauschen, er reckte etwas seinen kaum vorhandenen Hals und drehte seine klitzekleinen Öhrchen etwas weiter noch in die Richtung aus der der Frosch erklingen würde, daß er den Storch der ganz nahe bei ihm neben dem Maulwurfshügel stand nicht bemerkt hatte, das grenzte offenbar an ein Wunder, der Storch war aber auch so sehr hochgewachsen, und er stand so sehr hoch über den Maulwurfshügel hinaus, daß der alte Herr Talrek, der liebe Maulwurf - wenn überhaupt, dann allenfalls bloß die Beine des Storches bemerkt haben könnte, aber er spürte offensichtlich rein gar nichts. - Doch ja; grinste der junge Frosch nun antwortgebend in die Richtung des erdigen Feldhügels, doch doch, da haben sie sicher recht, der an und für sich herrliche Wind dieser Gegend, der allerdings ansonsten überaus beständig in diesem herrlichen Biotop säuselt, er ist gerade heute, vielleicht auch merkwürdigerweise, so jedoch wirklich kaum da, sicher kann er darum wohl auch kaum irgendwelche Mißverständnisse um uns herum aufbauen. Jedoch ist ihr Gehör; listig lächelte der Frosch, denn er wußte genau warum er das dergestalt sagte, sowieso; lächelte er noch einmal, bei weitem besser entwickelt als man vielleicht grundsätzlich glauben mag, sie hatten jedenfalls – wenn ich mich recht erinnere, bis heute zu, noch niemals Schwierigkeiten mich zu verstehen!“ - „Naja, du schmeichelst mir, zumal dort, mein guter Junge, wo du ein seltsam-prächtiges, speziell entwickeltes Gehör bei mir persönlich anerkennst, aber dennoch hatte ich schon einige Male den Eindruck, daß du etwas zu leise bist. Du solltest also tatsächlich lauter zu mir sein, ich bin ganz sicher dann wird unser Verständnis für einander noch sehr viel besser sein!“ - „Ja wenn sie meinen Herr Talrek!“ Der Frosch hatte sich ein wenig aufgerichtet, er lag zwar immer noch auf dem Rücken, aber nun hatte er den Oberkörper leicht empört, er stützte ihn nach hinten mit den beiden Ellenbogen ab und hatte den Kopf in den Nacken liegen, dennoch sah er den Maulwurf noch immer nicht, aber – zu seinem Schrecken sah er nun den Storch der ihm gegenüber ganz nahe bei dem Maulwurfshügel stand den der fleißige Herr Talrek gestern schon aufgeworfen hatte. ...



Und wenn sie alle nicht gestorben sind – dann leben sie auch noch heute (am 08.10.2000)Bernhard Malinkewitz

Da ich hier nicht alles zeigen kann, hoffe ich auf Verständnis, das auch dafür, daß ich nun abbreche ...