Das zu verkaufende Auto
»Burghard«, meinte
Ulrich,
»willst du nicht vielleicht mein Auto kaufen,
ich
bekomme ein anderes!«
‘Burghard Melle’,
guckte verblüfft,
»was«, brummte er, ich soll dein
Auto kaufen?« - »Ja«, meinte leichthin, ‘
Ulrich
Heimlich’, »du kennst es doch,
warst doch erst vor zwei
Wochen
mit ihm unterwegs.« Tatsächlich
war ‘Burghard«
mit dem Wagen
gefahren, und er war sehr froh darum
gewesen, daß
der ‘Ulrich’ ihm den
Wagen geliehen hatte. Nun staunte
er
jedoch erst einmal, denn einen
eigenen Wagen wollte er noch nicht.
»Ich will ihn dir auch
ganz billig lassen,
100 € dürften doch wohl angemessen
sein.«
Ein wenig lauernd war der Blick ‘Ulrichs
bei
seinen letzten Worten wohl doch gewesen -
‘Burghard’ war
es jedenfalls so vorgekommen.
»Mein neuer – wird ein
gebrauchter sein«,
fuhr Ulrich fort, »der einen
Vorbesitzer hatte,
der seines hohen und würdigen Alters wegen
und nicht zuletzt auch wegen seines Berufes,
er hatte einmal als
Opernsänger seine Brötchen
verdient, allerbeste Referenzen
aufweisen kann!«
- »Oha«, staunte ‘Burghard’,
dann kannst du ja
tatsächlich von Glück sprechen!« -
»Ja, und ob
ich das kann«, lächelte ‘Ulrich’,
»ich bin auch
sehr sehr zufrieden. Aber – wie ist es denn
nun,
willst du den Alten oder willst du ihn nicht?«
»Nein!«
Stirnrunzelnd hatte ‘Burghard’
diese Antwort gegeben,
»irgendwie
waren die Dinge nicht richtig im Lot,
irgendwie war
etwas verklemmt, da
stimmte etwas irgendwie nicht.
Nicht etwa, daß
es Betrug wäre
– das, was er roch, nein, nein, auch nicht
– daß er übervorteilt werden sollte,
nee –
nee, aber da war etwas, etwas, das
nicht koscher war, so kam es ihm
vor.
Am nächsten Tag war das Thema
vergessen, tatsächlich
vergessen oder es
war ein Informationszufall im Spiel wie
Burghard
ihn noch nicht kannte: »Mein
alter Wagen steht jetzt
ausgesondert, er
war ja so sehr alt, daß ich während
der
letzten Fahrt, ich war beim
‘Straßenverkehrsamt’,
echte Angst und
Bange verspürte, mir war es als wolle
er
auseinanderfallen. Zudem hatte ich
unglaublich viel Energiekosten und
das Öl mußte en mass und zuhauf
nachgefüllt werden.
Nee, nee - ‘Burghard’,
guckte ‘Ulrich’, »ich
bin froh, daß er weg ist!«
Schweigend nur, wenngleich mit
tiefem Blick,
hatte ‘Burghard’ zugehört ...
(Bernhard Malinkewitz)