Der Gasthof
"Die lustigen Weiber von Windsor – sind eine kleine, merkwürdige Angelegenheit, die dereinst ein gewisser 'Herr Shakespeare', zu verantworten hatte. Sie mein lieber 'Herr Fallstaff' sind auch dann keineswegs dafür verantwortlich, wenn dieser Gasthof – zu ihrem Lieblingsort in dieser Stadt zählt, und die Damen der netten Bedienung hier, Sie, für einen ganz besonders mit Wertschätzung zu belegenden, überaus wertvollen Gast halten. Die Sie offenbar nicht unbedingt, zu erwiedern gedenken. Denn, so über Menschen – zu sprechen, die jetzt nicht anwesend sind und die sich auch darum nicht wehren können, bedeutet für mich, daß den 'Mädchen' gesteckt werden muß, was Sie von ihnen sagen. Mich kennt man hier zwar nicht so wie man Sie hier kennt, jedoch bin ich darum dennoch kein Fremder!"
Der sogestalt mit harten Bandagen attackierte 'Fallstaff' guckte eine Minutelang indigniert aus seiner, von den Frauen des Gasthofs gewaschenen Wäsche, dann sagte er mürrisch wie es schien: "Mein lieber 'Herr Migzdronk', Sie kommen aus dem Osten, Sie sind noch nicht lange genug hier bei uns im Westen. Sie kennen unsere merkwürdigen Sitten und Gebräuche nicht gut genug. Sie denken sicher, daß ich den 'Frauen' dieses Geschäfts, irgendetwas Böses wollte oder will, da irren Sie aber gewaltig. Ich bin der beste Freund der 'Mädchen' deren lustige Art, auch bei den Geselligkeiten während unserer Weinabende, den derben Spaß des noch echten 'Westmannes' sehr wohl, sehr gut verstehen." Fallstaff hatte sich etwas in Rage geredet und war recht laut geworden, sein Blick hing plötzlich an dem jüngsten Mädchen, das hier in Brot war: "Dirndl oder nicht, es ist mir egal, schaukele Dich hierher 'Luischen' und laß Dir von mir Dein sündhaft teures Kleid besudeln, ich mag Dir 50 € in den Ausschnitt tun, und wenn Du weiterhin meine Getränke so gut versorgst wie bisher wirst Du außerdem ...
(Bernhard Malinkewitz)