Der Unternehmer Dingsda
»Wann kommen Sie denn
dann?« Herr Dingsda war
puterrot im Gesicht, gerade eben war
ihm eröffnet
worden, daß sein Kunde ‘Hans Wurm’
verspätet
nur zu jenem wichtigen Termin kommen könne, der
ein gutes Geschäft, zu sein versprach. Angestrengt
hielt er
geradezu krampfhaft den Telefonhörer ans Ohr:
»Ich komme
wenn es mir paßt!« - »Aber, Herr Wurm,
das ist in
Ordnung, nur – bitte, um Himmelswillen,
sagen Sie mir doch wann
das denn nun sein wird.
Ich muß meine Termine doch organisieren
können.
Ich kann nicht zu jeder Tageszeit, an jedem Tag auf
Sie
warten!« »Daß ich sagte, daß ich Sie deswegen
noch einmal anrufen will, haben Sie offenbar nicht
gehört oder
wollten es nicht hören. Wenn ich erwarte,
daß Sie als
Geschäftsmann ihren Kunden zuhören,
ist das etwa zu viel
verlangt?« - »Nein doch nein«,
beeilte ‘Herr
Dingsda’ sich zu versichern. »Alles was
Sie wollen –
verehrter ‘Herr Wurm’ steht Ihnen bei
mir, zur Verfügung,
sogar meine Aufmerksamkeit,
nur herkommen müssen Sie schon, sie
auch wirklich
– zu empfinden. Sie brauchen die Vögel doch.
Die hübschen ‘Kanarienvögel’, die doch
allzulieblich
schön zwitschern und im Prinzip in Ihrer Voilière
sogar den Boden dieser prächtigen Anlage für Vögel
sauberhalten oder irre ich mich vielleicht hier?«
‘Herr
Dingsda’ hörte ein – nach einem ‘Grunzen’
klingendes Geräusch aus der Muschel in sein
Ohr eindringen, dann
jedoch die Worte: » Sie irren
nicht. Das hat aber nichts
mit unserem Termin zu
tun. Mir ist klar, daß Sie die Vögel
weghaben
wollen, flüssig wollen Sie mir erklären, daß
ich sie
brauche. Ich weiß von alleine, daß dem so ist.
Also machen Sie sich deswegen keine Sorgen – bitte!«
Lächelnd schaute ‘Herr Dingsda’ aufs Telefon ...
(Bernhard Malinkewitz)