Der vergessene Rat
»Herr Kater, Herr Kater«,
so rief – lauthals im Versuch,
sich bemerkbar zu machen, der
Fahrer des Mietwagens
der den großen Herrn Kater vor einem
noblen Restaurant
stehend erwartete. »Hier bin ich, mit mir
müssen Sie
fahren, Sie gehen in die falsche Richtung, dort ist
die
Konkurrenz!« Grinsend drehte ‘Herr Kater’ sich
um,
ein breites Lachen im Gesicht, winkte er dem Fahrer
zu und rief:
»Ich komme, keine Bange, ich komme!«
Merkwürdig
eilig schritt er nun auf den Mercedes zu,
der Fahrer ‘Robert
Hint’ sprang aus den Wagen,
behende öffnete er dem »Rat«
die Türe: »Bitte sehr,
Herr Kater«, buckelte er
beflissen, »ich werde Sie
sicher wie immer – zu all ihren
Zielen bringen!« -
»Ja doch, mein Junge«, brummte
der »Rat« - ich
weiß, ich weiß!« Dann
stieg er den hinteren Teil
des Wagens und machte es sich dort bequem.
Der Fahrer stieg nun ebenfalls
ein – blickte sofort
in den Spiegel und fragte: »Wo
soll’s denn hingehen
- ‘Herr Kater’?« -
»Fahre mich an den See – lieber
Robert, und hole mir
vorher, bei mir Zuhause,
in meiner Garage, das dort herumliegende
Angelzeug,
pack’ es in deinen Kofferraum und sage niemandem,
sollte dich wer sehen, daß ich in deinem Wagen
sitze, sage
allenfalls, daß du das Zeugs in meinem
Auftrag holst!« -
»O.k.«, nuschelte ‘Robert’, was
soll’s
– ich mach’s.«
Am See angekommen sagte er noch:
»Wann hole
ich Sie hier wieder ab?« Der »Rat«
sah auf die Uhr,
»daß ich Richter bin, weißt du zur
Genüge, wage es
also nicht, mich nicht – um 18:00 h –
hier herauszuholen!«
Robert nickte verblüfft und
fuhr zurück, daß er für
den heutigen Tag für
seine ‘Zentrale’ nicht mehr zur
Verfügung stand,
hatte einen simplen Grund –
den Zufall nämlich. Zwei
Kilometer vom See entfernt
nahm er eine am Straßenrand winkende
junge Frau
in den Wagen und ...
(Bernhard Malinkewitz)