Der verliebte Primaner



»Ich bin zu alt, viel zu alt«, dachte Benno,
»und sie weiß es, sie will mich darum
bestimmt nicht auf ihrer Party sehen.«
‘Benno Gutjung’ war schon 19 Jahre
alt, sein Interesse galt einer ‘jungen Lady’
wie er das hübsche, junge Mädchen, das
vorne ‘Gudrun’ und hinten ‘Benz’ hieß
– überaus gern, zu nennen pflegte.
»Aber, ich werde ‘Hans’ den ‘Tölpel’ bitten
– sie, in meinem Namen, zu fragen.

Benno G.’ irrte jedoch, Hans teilte ihm
bald schon mit, daß er – Benno, gern’
gesehener Gast auf der noblen
Geburtstagsparty der noch 15-jährigen
wäre.

»Hi«, sagte sie, du bist Benno, ich weiß,
hattest du letzte Woche, nicht wieder
einmal eine astreine eins in Physik?« -
»Doch - ja«, erstaunt, sah er sie an,
»woher wußte sie das«, dachte er,
sagen aber tat er, »informierte Menschen
sind immer die besten Menschen –
nicht wahr!« Sie lachten beide sehr
herzlich und ‘Gudrun’ wollte ihn schon
zum Vorstellen den anderen Gästen
zeigen, da bemerkte er ihre Nase, arm
– war er zunächst noch, nicht im Bilde
also, dann aber schaltete er, »sie hat
eine ‘Rotznase’ - mein Gott, sie ist
erkältet«, dachte er verzückt, »jetzt
habe ich ausreichend Einstiegsmaterial
für ein Gespräch, das uns einander sicher
näherbringen wird«. »Sag’ mal, lächelte
er milde und gütig besonnen, woher
hast du denn – an deinem Geburtstag
zumal, das ‘rote Näschen’?« Verduzt,
so sah sie ihn an, dann grinste sie frech
und meinte, »stört es dich? -oder willst
du mir helfen sie zu heilen!« - »Ja«,
freute er sich, über die Maßen gern,
bin ich bereit dazu. Meine Mutter
macht ja sehr erfolgreich in
Heilpraktik, und ich, bin eines ihrer
ausgesuchten Opfer für Vorträge
jedweder Art, den Schnupfen betreffend,
ich könnte dir soviel sagen und dabei
so sehr ...

(Bernhard Malinkewitz)

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