Die Idee mit der Verpackung


"Da lag das Päckchen also nun, hier – bei mir, wäre es dann ja jetzt wohlbehalten angekommen.
Merkwürdig", dachte Koppmann, "daß ich nicht schon früher darauf gekommen bin, diese Art
der Verpackung ausser Haus zu bestellen. Was drin ist, wenn ich es selber mache, weiß ich ja
schließlich, habe doch lange genug kalkuliert. Paloma nicht, Palomino, heißt das Pferdchen, das ich
verschenke, das Zugpferd meiner Werbung, und zwar für meinen Tabak. Mein Pfeifentabak ist
zwar aufgrund der politischen Lage sehr teuer, im Vergleich der heutigen Preise mit den
schmauchigen Traumpreisen, den Preisen der Gründerjahre bleibt selbst mir allerdings etwas die
Spucke weg, aber es gibt und soll ihn ja tatsächlich doch nur für eine kleine Minderheit geben,
für einen elitären Klub sozusagen und diese Elite wird jeden Preis zahlen den ich verlange.
Mein wertvoll veredelter Pfeifentabak ist nicht umsonst weltberühmt".

Unbestreitbar war dieser 'Koppman' ein Genie. Niemals vor ihm hatte Rosenduft einen
Pfeifentabak so veredelt, daß er lieblicher geschmacksderb war, als fast alles in der Welt vor ihm.
Nun wollte er ihn allerdings nicht weiter selbst verpacken. Er wollte ihn, und die Idee dazu
ist ihm in einem Supermarkt gekommen, in dem er Spielsachen, so elegant und solide verpackt
gesehen hatte, daß er ohne jedes hinderliche Federlesen, beschlossen hatte Kontakt zu den
Herstellern der Verpackung aufzunehmen. Doch, ihm war es gelungen, nicht zuletzt seiner
Bekanntheit wegen wie er wußte, den Designer der Gesellschaft für sich einzunehmen, und von
nun an hatte Koppmann eine Verpackung für seinen Tabak wie er sie selber nie und nimmer –
zu dem ausgehandelten Preis zumal – herstellen hätte können, aber wie, so dachte er noch,
wird es mit dem Nimbus seines Hauses sein, wird sein Tabak noch den elitären Geschmack an
die Elite des Pfeifenrauches heranbringen können ...?

(Bernhard Malinkewitz)

zurück