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Das Mädchen mit den roten Haaren
„Als ich noch klein war“, piepste 'Rothaar' dem Herrn mit dem herrlich grauen Pelzmantel in dessen winterliche Ohren, „hatte ich andauernd mit Kopfschmerzen – zu tun, meine liebe Mutter sagte von meinem Problem den Nachbarn, sie meinte denen zu, ''Rothaar' hat ja so häufig mit Kopfschmerzen zu kämpfen, kämmen käme, wäre ich nicht hart, darum einfach zu kurz. Da sie mit ihrem wunderschönen roten Haar, letztlich fein und adrett aussehen soll, kann ich ihr die Schmerzen die trotz feinfühliger Vorsicht durch den Kamm entstehen, nicht ersparen.' Sie liebte mich sehr. Ihre Fürsorge war so angenehm, daß es mit den Kräutern, die sie mir von ihren Waldspaziergängen mundgerecht zu brauen verstand, sehr oft so war, daß Kopfschmerz und Halsweh alsbald der Vergangenheit angehörten. Ja ja“, sagte die kleine Rote, „die Winter waren doch so hart. Da konnte meine Mutter die Wärme aus dem Wald, sie brachte Reisig und Äste mit nach Hause, echt gut gebrauchen. Mir jedenfalls tat sie damit mehr als gut. So sind ihre Worte und ich weiß, daß sie ganz lieb ist zu mir!“ - „Du sprichst ja gerade so, als wärest du schon eine erwachsene Frau“, lachte der Herr mit dem Pelz, dabei glaube ich auf dein Alter gesehen – daß du gerade fünf erst einmal bloß bist ...?“ - „Nein, sieben“, rief sie schnell dazwischen, und – daß ich acht werde, habe ich meiner Mutter zu verdanken!“ Der Herr im Pelz lächelte mild, seine Stimme war sanft, als er sie ganz lieb ansah und ihr sagte: „So, sieben – bist du also schon, und du willst acht werden. Ja das hast du natürlich deiner Mutter, zu verdanken. Zumal jene dich behütet und umsorgt wie es fürsorglicher gar nicht sein kann. Willst mit mir gehen. Magst du mit mir – zu mir nach Hause gehen, ich habe sehr viel Gutes der Art die deine Mutter dir aus dem Walde immer wieder neu und frisch, den Alchemistenkünsten nicht fern, zu bereiten imstande ist, aus dem Krämerladen und von dort sind die Sachen so sehr schmackhaft, daß mir selbst – meine Kräuterbonbons, die Waldfruchtmarmelade, der herrliche Waldsirup, die Hustenbonbons und schier jeder Kräutertee, ganz vorzüglich munden. Und wenn du willst, käme ich dir auch dein herrlich rotes Haar, mit einem Zauberkamm zumal, den ein Zwerg aus dem Walde mir schenkte, weil ich ihn aus dem Moor gezogen habe, als er unvorsichtiger Weise einmal dort hineingefallen war. Na – was ist, gehst du mit?“ Arglos sah 'Rothaar' in die seltsam funkelnden Augen des bepelzten, arglos auch ergriff ihre kleine Hand seine wie eine 'Pranke' zu fühlende, große Hand. Dann hüpfte sie von der Parkbank in den Schnee des Parkweges und rief fröhlich, „na klaro doch, laß uns geh'n, wo geht’s denn lang?“ Nachdem der Pelzige ihr die Richtung gewiesen hatte, zog sie, vor ihm herlaufenden, nämlichen – solange, an der Hand hinter sich her, bis sie zu dem kleinen See mit seiner kleinen Brücke kamen. Nun ließ sie den Herrn mit dem Pelzmantel los. „Lauf' vor, fürchte dich nicht“, rief er vergnügt wie es schien, ich komme nach, werde schon nicht ins Wasser fallen!“ - „Das glaube ich auch nicht“, meinte 'Rothaar' und lief los. Nachdem sie einige Zeit durch den verschneiten Park gelaufen waren, kamen sie schließlich an sein Tor, an jene große Türe, durch die man hinaus in die Welt des Normalen gelangen konnte. Sie schritten durch das Tor, ein kurzer Blick zur Straße, machte dem Herrn im Pelz deutlich, daß von nirgendwo her Gefahr drohte, also ging er los und Rothaar folgte ihm. „Hier – wohne ich“, sagte er vor einem großen und schönen Haus, „dieses große Tor, ist etwas anders als das Tor zum Park, obwohl es auch in einen Park führt, in meinen nämlich. Das große Haus hinter den Büschen die dort vorne im schneebedeckten Rasen stehen, ist mein Haus und ich wohne bis auf einen alten Diener den ich mir leiste ganz alleine dort, komm, laß uns hinauf gehen!“
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