Das Verlangen


Sie stand nun also auf der Straße“, und zudem dachte sie, „mein Gott, wenn nur nicht auch das Licht der Laterne noch ausgeht!“ Sie fröstelte, ein rehscheu, schwacher Blick, ging schnell einmal, hastig und unstet zumal, zum oberen Fenster des großen Hauses aus dem sie gerade gekommen war. Na klar, sie sah den Schatten des Mannes der sie schier just im Moment, der Wohnung seines Hauses verwiesen hatte. Sah ihn überdeutlich, hinter den hell-leichten Vorhängen stehen. Er bewegte sich gut sichtbar ein wenig nach links. „Beinahe“, so zuckte es nun in sie, „hatte es so ausgesehen, als wolle er den leichten Satin-Vorhang zur Seite schieben, wolle sie, vielleicht doch noch, zurückholen ins Haus ...?“ Aber da war nichts. Da war keine Bewegung und kein Rufen.

Der Schatten hinter dem Vorhang stand ganz still, und stand noch so, als sie sich in Bewegung setzte, aus dem hellen Lichtkegel der Laterne herauszugelangen. Sich jetzt auf den Weg, zu machen, sein Verlangen - zu erfüllen.