Mein
Bestreben ist totale Offenheit, ich will nicht, und ich darf
nicht verschweigen, daß ich in meinem Leben viel gelernt
habe. Hauptsächlich als Autodidakt, habe ich es verstanden,
mir die erforderliche Basis für schier geniale
Literaturstrategien zu involvieren. Oktroyierung - ist ein
häßliches Nomen, dennoch oktroyierte auch manche
Schule einiges in mir.
Zuletzt
war ich an der TH Aachen als Gasthörer eingeschrieben.
Philosophie und Logik waren meine Ziele. Ich hatte nämlich
während der letzten Jahre etwas von dem, das man in den
Schulen lernt vergessen.
Ich
wußte - beispielsweise, zwar noch immer von Pearl Habor,
von den U. S. A., den Japanern, von Hawaii, von Öl,
von Ökonomie und gigantischem Leben, aber nichts mehr
davon, wie man sich selbst zerstört. Nichts mehr von
raumgreifend exzessivem Wirken, nichts mehr von harter
Hauerarbeit in ewiger Nacht, von lockeren Schrauben, die ich im
Akkord festzuschrauben hatte. Nichts mehr wußte ich von
Übermenschen, von Kraft- und Konditionswundern, nichts
mehr von der Not der Menschen, dem Hunger, der Sucht, der ewigen
Sehnsucht nach Macht. Nitzsche, Schoppenhauer, Leibnitz,
Baumgarten, Kant und Co., das waren jedoch schon andere
Begriffe, andere Nomen und Omen.
Theo
Hewing, der Nachname schreibt sich genau so, wie der Name einer
amerikanischen Serienfilmfamilie geschrieben wird, beim Sprechen
dieses Namens in english wird das Suffix so ausgesprochen wie
der akademische Titel meines Freundes in der Abkürzung in
Deutschland gebräuchlich ist. Er war ein Dipl.-Ing.
(Th. You-Ing.), ein Oberstudienrat ist der gute Mensch
zuletzt gewesen, kurz bevor der Liebe Gott ihn in den Himmel
holte war ich noch einmal bei ihm Zuhause gewesen, wie witzelten
um die Wette wie immer, sprachen oft auch in unserer
außerdeutschen Favoritensprache Englisch, ja - wir machten
noch Jux, Joks, Witze, auch über meinen witzigen Nachnamen,
nicht darüber, daß ein alter Cowboy der
Southfork-Ranch am Amazonas abgestürzt war, dem längsten
Strom der Welt.
Ich
lüge nicht.
Stolz
bin ich darauf, daß ich von Eltern ins Leben erzogen
wurde, die aus der letzten deutschen Kaiserzeit stammen, mein
Vater hat als aktiver Soldat unter Kaiser Wilhelm II - in
Rußland gekämpft.
Meine
Eltern hatten in ihrem Verhalten während der Nazi-Zeit
Probleme als gute Deutsche bezeichnet zu werden.
Meine
Gesinnung ist deutsch, demokratisch, anständig, gerecht,
offen und ehrlich. So - sind die meisten Menschen in meinem
Lande. Das verdanke ich meinem Vater - Gustav Müller, und
meiner Mutter - Berta Müller geb. Lukat.
Ich
bin berentet, bin Frührentner, das konnte ich werden, weil
in meinem Land keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen
betrieben wird. Hier ist der Mensch von alleine fleißig.
Meine
philosophischen Ideale versuchen sich in einem Gemisch aus
Positivismus und Metaphysik - zu vertragen.
Ich
bin verwöhnt erzogen, meine Ehefrau beschwerte sich
manchmal darüber, daß sie hinter mir aufräumen
müsse, das lernte ich ab. Seit ich alleine kämpfe
bin ich mindestens genau so ordentlich wie ein guter deutscher
Mann.
Perfektion
ist mir etwas Phantastisches. Ich liebe sie, setze mein Leben
dafür ein.
Meine
Art als Schriftsteller zu leben ist trotz aller Vorsicht hart.
Mir bleiben an manchen Tagen die Nerven weg. Ich weiß, daß
ich mit meinem Leben spiele. Wenn aber ein kluger Mensch meine
Art Mann zu sein verstehen kann, dann wird er wissen, daß
mein Schicksal davon bestimmt ist, daß ich ein Mann bin.
Meine
langjährige Ehegefährtin hat mich diesbezüglich
für einen wahren Gott gehalten. Angeben war verboten.
Geheimschrift und Geheimbildung waren meine Auswege. Seit ich
weiß, was ich im Geheimen so alles schreibe, ist mir zwar
auch klar, daß ich das Ganze nur für mich alleine
verständlich durchführen kann, aber die Hoffnung, daß
mich eines Tages ein Sprachfachmann, auch linguphonetisch
versteht, die habe ich niemals fahren lassen.
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